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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Ganzer Berufsstandam Pranger

Zum Leitartikel "Endlich Bewegung" von Dieter Keller im Teckboten vom 9. August.

Wir haben die Diskussionen um abzockende Ärzte, Zahnärzte und Apotheker satt! Erst besinnt's, dann beginnt's, Herr Keller der Ton macht die Musik!

Es ist schon ziemlich peinlich, ohne gute Recherche einen solch polemischen Artikel zu verfassen und sich als Stimmungsmacher zu outen. Was soll das, einen ganzen Berufsstand und dessen Qualifikation krampfhaft an den Pranger stellen und gar noch ins Lächerliche ziehen zu wollen?

Zur Passage " . . . Medikamente . . . viel Edleres . . .": Glauben Sie wirklich, dass man mit Hilfe von Lebensmittelketten Arzneimittel billiger streuen sollte wie die Kamellen an Fasnachtsumzügen? "Jetzt ist es gerade billig, darf's noch etwas mehr sein?" Und die Folgen? Waren Sie schon mal einkaufen bei solchen Ketten und haben Beratung gesucht oder gar welche bekommen?

Es ist sehr einfallslos, diskreditierend über einen Berufsstand zu schreiben und alle Apotheker über einen Kamm zu scheren. Haben Sie lieber den Mut, ein Gespräch mit uns zu suchen. Auch in den unzähligen Diskussionsrunden über Reformen im Gesundheitswesen vermissen wir die Position des Apothekers, das betrifft auch Sanitätshausbetreiber, Podologen, Ergotherapeuten, u.a. Wir, die wir tagtäglich an der Basis stehen und mit den Kunden und Patienten, ihren Bedürfnissen und Nöten zusammenkommen, haben allerhand Wissenswertes und Konstruktives zu möglichen Reformen im Gesundheitswesen beizutragen. Uns interessieren keine geschönten Statistiken, wir liefern Tatsachen! Also ihr Journalisten, Kassenfunktionäre und Politiker, holt uns mit an den Tisch!

Einem die Gesetze mit Füßen tretenden saarländischen Minister spenden alle großen Applaus! Aber ist er wirklich so edelmütig? Schon mal überlegt, warum DocMorris aus den Niederlanden von diesem Minister Rechte in Deutschland eingeräumt bekommt, die ein deutscher Apotheker in seinem eigenen Land nicht hat? Herr Keller, wir laden Sie zum Gespräch ein! Und keine Angst, wir beißen nicht! Aber, um die Diskussion dann sachlich zu gestalten, wollen wir Sie bitten, Ihre Polemik gegen die Apotheker am Fußabstreifer vor den Türen unserer Geschäfte abzulegen.

Astrid Egerer, Apothekerin

Marktplatz, Weilheim

"Sippenhaftung" gibtes schon längst

Zum Leitartikel "Fördern statt Fordern" am 14. August im Teckboten:

Sehr geehrter Herr Keller,vielen Dank für diesen Leitartikel ich stimme ihnen voll und ganz zu.

Allerdings verstehe ich die ganze Aufregung nicht, denn die "Sippenhaftung" gibt es doch schon längst: Schon heute prüft das Sozialamt bei Eltern und Kindern von Antragstellern, ob denn Vermögen oder Einkommen da ist, das zur Erstattung der Sozialhilfe herangezogen werden könne.

Selbst bei Eltern, die nach Scheidung den Kontakt zu ihren Kindern abgebrochen haben und ihren Unterhaltsverpflichtungen selbst nicht nachgekommen sind, klopft das Sozialamt im Fall eines Sozialhilfeantrags die Vermögensverhältnisse der Kinder ab (so geschehen in meinem Bekanntenkreis).

Heike Kurtz

Heimensteinstraße, Kirchheim

Archiv in Owen

Offensichtlich hat man in Owen ein kurzes Gedächtnis, weshalb ich an die Fakten erinnern muss: Noch anfangs der Siebzigerjahre waren in der Hauptstraße mehrere Hochwassermarken zu besichtigen, von denen eine auf etwa 1,80 Meter Höhe war. Leider wurden sie später bei Umbauarbeiten entfernt und nicht wieder angebracht.

Schon damals wunderte ich mich über die Inaktivität des Rathauses, denn mindestens eine dieser Marken, die aus einem Eisengusstäfelchen bestand, dürfte ja seinerzeit von der damligen Stadtverwaltung angebracht worden sein. Da alle diese Wasserstände nach 1800 angezeigt worden waren, müssten sich in den Sitzungsprotokollen noch die entsprechenden Beschlüsse und für die Eisentafel vielleicht sogar die Rechnung finden lassen.

Vielleicht sehen auch einige Owener mal ihre alten Fotos durch und finden eines, auf dem die Hochwassermarken noch zu sehen sind, um ihre ungläubigen Stadtväter und -mütter zu bekehren, bevor die voraussehbare Katastrophe eintritt.

Thilo Dinkel

In der Warth, Kirchheim