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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Öffentlicher Nahverkehr ist sehr attraktiv

Zum Leserbrief "Service lässt zu wünschen übrig", im Teckbote vom 17. Oktober:

Das Verkehrsangebot im VVS und in der Raumschaft Kirchheim ist gut. Nur leider wissen das zu wenig Menschen. Bereits heute gibt es auf der Teckbahn in Richtung Stuttgart und Tübingen vormittags einen Halbstundentakt. Nachmittags und abends ebenso von Stuttgart und Tübingen nach Kirchheim. Weitere Verbesserungen wird es mit einem durchgängigen Halbstundentakt durch die Inbetriebnahme der S-Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 geben.

Aber auch in der Stadt selbst gibt es ein gutes ÖPNV-Angebot. Der Stadtbus verkehrt werktags nahezu im Halbstundentakt. Nach dem Rendezvous-Prinzip treffen sich verschiedene Stadt- und überregionale Buslinien am Bahnhof, um den Fahrgästen einen optimalen Umstieg zur Teckbahn zu ermöglichen. In den Abendstunden und am Wochenende wird das ÖPNV-System durch das Anrufsammeltaxi und den regionalen Nachtbus ergänzt. Steigende Nachfrage beim Anrufsammeltaxi zeigt, dass der ÖPNV in Kirchheim attraktiv ist und angenommen wird.

Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf. Hier ist insbesondere an eine bessere Erschließung des Filderraums und des Flughafens aus Kirchheim zu denken. Vorstellbar wäre eine (Schnell-) Buslinie, welche von Kirchheim beispielsweis über die Autobahn die S-Bahn-Stationen am Flughafen und in Leinfelden-Echterdingen ansteuert.

Was die Situation auf den Bahnhöfen angeht, so ist die Deutsche Bahn AG aufgerufen, ihre Bahnanlagen instand zu halten. Die Stadt hat mit der Errichtung des Bahnhofsvorplatzes ihre Hausaufgaben längst erledigt.

Andreas Schwarz

Vorsitzender der Stadtrats- fraktion Grüne Alternative

Kirchheim, Schimmingweg

Gegenwind ausden eigenen Reihen

Zum Artikel "Besser als ihr Ruf", im Teckbote vom 23. Oktober:

Die Bundespolitiker der CDU sind gerade wahrlich nicht zu beneiden. Auf allen Ebenen bläst ihnen der Gegenwind der eigenen Leute ins Gesicht, die die vorgeschlagene Gesundheitsreform für eine (h)ausgemachte Krankheit halten.

Nun ziehen also die CDU-Abgeordneten durch Stadt und Land und predigen mit den Worten von Manfred Rommel: "Ist der Weg auch falsch und steinig, Hauptsach' ist, wir sind uns einig" und Rudi Carell: " . . . und schuld daran ist nur die SPD". Sicher ist: keine Reform, als die nun vorgelegte, wäre besser. Sicher ist aber auch: der Wähler wird bis zur nächsten Wahl die Verursacher vergessen haben. Das Privatmodell der FDP ist der dritte Weg jenseits von Bürgerversicherung und Kopfpauschale.

Es bedeutet für die Versicherten: Jeder hat Anspruch, in einem Mindestumfang an Leistungen versichert zu werden und zwar unabhängig von seinem Gesundheitszustand und ohne Risikozuschläge. Jede Krankenkasse muss hierfür einen Pauschaltarif anbieten. Sie darf keinen Kunden ablehnen. Das sichert den bezahlbaren Versicherungsschutz für alle und deckt alle existierenden Risiken ab. Zu dieser Mindestversicherung wird jeder Bürger gesetzlich verpflichtet. Bei welcher Krankenkasse er sich versichert, kann er frei wählen und wenn er nicht mehr zufrieden ist, kann er die Kasse wechseln.

Selbstverständlich kann er sich auch in einem viel umfangreicheren Tarif versichern. Ganz wie es seinen Bedürfnissen entspricht. Das, was der Arbeitgeber heute dazu bezahlt, bekommt der Versicherte ausgezahlt. Bei der Kfz-Versicherung funktioniert dieses analoge Modell aus privat versichertem Pflicht- und Kaskoschutz seit Jahrzehnten.

Frank Schweizer

Kirchheim, Weileräcker

Nicht alles ist schlecht

Zum Artikel "Vier VVS-Verbundlandkreise bezahlen über die Hälfte der ÖPNV-Kosten im Land", im Teckboten vom 5. Oktober und zum Leserbrief "Der Service lässt sehr zu wünschen übrig", im Teckboten vom 17. Oktober:

Ich kann die Kritik und den Ärger von Herrn Schulz sehr gut nachempfinden. Als ständiger Nutzer der Bahn beschwere ich mich auch immer wieder bei deren Mitarbeitern. Es gibt viele Mängel bei Sauberkeit, Pünktlichkeit, Kommunikation und vielem mehr. Allerdings muss man auch sagen, dass wir Deutschen leicht dazu neigen, die 5 Prozent zu betonen, die nicht klappen, statt auch an die 95 Prozent zu denken, die gelingen.

Staus im Autoverkehr nehmen wir als normal hin, zumal wir meist niemand verantwortlich machen können, beim Zug klagen wir gerne über Verspätungen. Dass die reinen jährlichen Betriebkosten eines VW Golf für das Pendeln nach Stuttgart gleich hoch sind, wie der Preis einer Jahreskarte dorthin, wird leider selten erwähnt. Bei aller berechtigten Kritik am VVS darf man aber auch mal anfügen, dass er nach meiner eigenen Erfahrung keine zwei Tage zur Reparatur eines Fahrscheinautomaten am Ötlinger Bahnhof brauchte. Der Schaden war übrigens wie dort üblich aufgrund von Vandalismus entstanden, nicht durch schlechte Technik.

Der erwähnte Tarifdschungel in der Region scheint schier unauflöslich, was ich in so gut wie jeder Sitzung des Verkehrsausschusses der Regionalversammlung erlebe. Da müssen Land, Region, Kreise, VVS, Bahn, SSB und alle anderen Beteiligten bald an einen Tisch, um das beste für die Menschen in der Region zu erreichen. Da aber jeder weniger zahlen und mehr bekommen will als bisher, ist das allerdings ein sehr sehr schwieriges Unterfangen. An Herrn Schulz's Lichtblick modernes Teckbähnle anknüpfend, sollten wir im Raum Kirchheim Bürger und alle kommunalen Mandatsträger alles dafür tun, dass die S-Bahn in gut drei Jahren Realität wird. Sie hat übrigens bei den oben erwähnten Qualitätsmerkmalen gute Noten. Warum sollte das im verlängerten Kirchheimer Zweig anders sein?

Helmut Staiger

ödp-Regionalrat Kirchheim,

Johannes-Kepler-Straße