Lokales

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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Lärmschutz musswirklich jeder zahlen?

Zum Artikel "Zwangsbeglückung soll weniger kosten", im Teckboten vom 27. Dezember:

Das ist nicht unbedingt so, gesetzt den Fall, das Baugesetzbuch und das Kommunale Abgabengesetz gelten auch in Kirchheim. Grundsätzlich können nach Ý33 Satz 2 KAG nur dann Erschließungsbeiträge erhoben werden, wenn sie erforderlich sind, um die Bauflächen entsprechend der baurechtlichen Vorschriften zu nutzen. Im Fall Wiesenweg sind alle bebauten Grundstücke, auch ohne Lärmschutz, bereits ihrer Nutzung nach baurechtlichen Vorschriften zugeführt. Und zwar allesamt vor dem Bau der Umgehungsstraße (1959).

Weiterhin lassen sich zur Ermittlung der Kostenträgerschaft zwei Grundfallgestaltungen unterscheiden. Erstens: wenn ein Baugebiet im Einwirkungsbereich einer bereits vorhandenen Lärmquelle erschlossen wird, fallen erforderliche Lärmschutzmaßnahmen unter Ý 33 Satz 1 KAG, sie vermitteln den neuen Grundstücken dieses Baugebiets die Nutzbarkeit.

Verursacher des Lärmschutzes ist also das neue Baugebiet, der Lärmschutz ist beitragsfähig und die Kosten können auf die neu erschlossenen Grundstücke verteilt werden. Zweitens: zu einem bisher störungsfreien Baugebiet wird eine Lärmquelle hinzugefügt. Im Fall Wiesenweg erfolgte die Bebauung seit etwa 1900, erst 1959 wurde die B 297 hinzugefügt und ist somit Verursacher des Lärmschutzbedarfs.

Nach dem Verursacherprinzip können die vorhandenen Grundstücke nicht mit Erschließungsbeiträgen belastet werden. Auch dann nicht, wenn durch die "sprunghafte" Zunahme des Verkehrs auf einer zunächst "ruhigen" Straße ein Lärmschutz erforderlich wird. Vielmehr trifft hier die Gemeinde eine Abwendungspflicht, sie oder der Straßenbaulastträger (Bund) hat hier für den Schutz der Bürger zu sorgen und für die Kosten aufzukommen. Ich hoffe, diese Grundsätze kommen in der angekündigten Gesamtlärmschutzsatzung zum Ausdruck.

Stefan Rauscher,

Zementstraße, Kirchheim

Kontraproduktives Signal

Zum Leserbrief "Berufseinstieg mit weniger Geld", im Teckboten vom 16. Januar:

Dem ehrgeizigen Ziel der Landesregierung einer Nullverschuldung bis 2011 huldigend, will Kultusminister Rau sein Scherflein beitragen, indem er devot und willfährig 800 Lehrerstellen streichen will.

Anstatt diese Herausforderung frontal und kämpferisch anzunehmen, unter Verweis auf deren Unvereinbarkeit mit einer echten "Bildungsoffensive" und mit dem von Regierungsseite lauthals proklamierten "Kinderland Baden-Württemberg", das unabdingbar auch junge Lehrer in größerer Zahl braucht, fällt der Landesvorsitzenden und Fraktionschefin der SPD, Ute Vogt, nichts Besseres ein, als einschneidende, wenngleich befristete, Gehaltskürzungen für Berufseinsteiger aller Schularten zu fordern. Wie kontrovers dieser unsensible Vorstoß auch in den eigenen Reihen ist, beweisen die 13 Gegenstimmen von 31 Stimmberechtigten, also mehr als 40 Prozent.

Frau Vogt und ihre Gesinnungsgenossen vergessen ganz, dass auch junge Beamte mit Job-Garantie in einer sich drastisch verändernden Besoldungslandschaft verstärkt an ihre Alterssicherung denken und privat vorsorgen müssen. Es ist abzusehen, dass weitere Einschnitte in zu erwartende Pensionen erfolgen und die Beihilfesätze in Zukunft ebenfalls weiter nach unten gedreht werden. Auch über eine grundlegende Besoldungsänderung für Lehrer, natürlich mit Korrekturen nach unten, wurde in der Vergangenheit auf Ministerialebene schon laut nachgedacht.

Die Landeschefin und ihre "Gefolgsmänner" vergessen überdies, dass viele Junglehrer zunächst einmal gar nicht mit Volldeputat eingestellt werden, was eine weitere Reduktion durch Gehaltsverzicht unhaltbar erscheinen lässt. Auch für die Anwerbung von dringend benötigten Berufsschullehrern aus der Wirtschaft ist die Absenkung des Besoldungsniveaus für Berufseinsteiger ein eher kontraproduktives Signal, mit dem im Übrigen auch die zunehmende Feminisierung des Lehrerberufs, die allenthalben beklagt wird, nicht gestoppt würde.

Dr. Ernst Kemmner

Bergstraße, Ötlingen

Skepsis ist angebracht

Zum Artikel "Abtauchen in unberührte Welten", im Teckboten vom 11. Januar:

Machart und Aussagewert von Fernsehdokumentationen lassen sich dann besonders gut beurteilen, wenn man selbst einmal betroffen ist. Man lernt dabei: Auch bei Dokumentationen ist Skepsis angesagt.

Im Film "Mythos Blautopf" darf ein Höhlenforscher unwidersprochen behaupten, dass meine Fehlerquote bei der Erfassung des Blauhöhlensystems von der Oberfläche ausgehend, mit der Winkelrute, bei 80 Prozent läge. Diese Behauptung ist falsch. Das Vorurteil des Filmautors offenbart sich im Zitat: ". . . Die Suche nach einem Zugang vereint wieder einmal Wissensdurst und Mystik . . .".

Seriöser Journalismus hätte auf eine abwertende und eigentlich auch rufschädigende Behauptung anders reagiert. Seriös wäre es gewesen, noch einige Meter Film zu investieren, um herauszufinden, was an einer Oberflächensondierung per Wünschel-/ Winkelrute tatsächlich "dran ist" oder aber auf diesen Auflockerungseinschub mit Bildchen einer Winkelruten-Begehung und "witziger" musikalischer Untermalung ganz zu verzichten. Die Filmleute konnten aber offensichtlich dem Drang nicht widerstehen, die bildliche Umsetzung ihres Vorurteils dramaturgisch als kurioses und erheiterndes Einsprengsel einzubauen. Tatsächlich ist der Aussagewert des Films an dieser Stelle gleich Null.

Wenn meine Trefferquote so blamabel niedrig wäre, wie im Film ohne Beweisführung behauptet, dann würde ich mir nicht die Mühe machen, mit aufwendigen Begehungen das sehr weit verzweigte Höhlensystem bei Blaubeuren von der Oberfläche her zu erfassen. Tatsache ist: Noch wurden meine Hinweise nicht widerlegt. Karl Oesterle,

Steigenweg, Dettingen

Wetterkapriolen

Fast den ganzen Dezember 1955 war anstatt Schneefall nur kaltes und regnerisches Wetter. Im Januar 1956 regnete es kaum, aber der Zeit entsprechend war es viel zu warm. Zum Motorradfahren brauchte ich zu dieser Zeit keine Lederbekleidung. Eine Bundhose und der Anorak genügten.

Am Sonntag, 29. Januar 1956, änderte sich das aber. Mit Motorsport-freunden fuhr ich trotz Regenwetter auf die Alb nach Hohenstadt. Hier kam schon der Regen mit Schnee gemischt vom Himmel. Auf dem Nachhauseweg schneite es schon richtig.

Als wir in Kirchheim ankamen, lag auch hier schon Schnee. Nun zeigte der Januar, was er kann, denn am nächsten Morgen knirschte es richtig. Es war richtig kalt geworden.

Der ganze Februar war kalt und schneereich zum Teil minus 25 Grad. Es zeigten sich nun auch die Nachteile, denn im warmen Januar hatten die Bäume schon Saft gezogen und durch die Kälte haben die Stämme nun Risse bekommen

Wolfgang Rempis

Kirchheimer Straße, Jesingen