Lokales

Die Sache mit dem zusätzlichen Ei und der Haut auf den Linsen

Die Landfrauen sind gefragt egal ob als Model, Ernährungsexpertinnen, Köchinnen oder Fachfrauen zur Verkaufsförderung. Dies alles in Personalunion ist Brigitte Steinwender aus Owen, sozusagen der Star der neuen Rezeptreihe, die für landwirtschaftliche Produkte aus Baden-Württemberg wirbt.

IRIS HÄFNER

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OWEN Unter professioneller Anleitung konnten Medienschaffende in der Kochschule beim Alten Landtag in Stuttgart ein Menü aus heimischen Produkten zubereiten. Die Organisation dafür hatte die Marketing Gesellschaft des Landes (MBW) übernommen, die bei der Veranstaltung auch die druckfrischen Informationsbroschüren für das Qualitätszeichen Baden-Württemberg vorstellte.

Mit dabei war auch Brigitte Steinwender aus Owen. Sie ist das Model dieser neuen Rezeptbroschüren-Reihe. Erschienen sind bereits "Kochen mit Mehl" ebenso mit Eiern, Gemüse, Kartoffeln, Bier und Äpfeln weitere Hefte, beispielsweise zu Fleisch und Honig, sind in Vorbereitung. Die Aufmachung der Heftchen ist jeweils gleich. Nach einem "Grußwort" von Brigitte Steinwender wird das Qualitätszeichen erklärt, es folgen ein paar Rezepte und zum Schluss gibt es Warenkunde und Tipps zum Einkaufen. Feste Größe dieser Rezeptsammlung ist Brigitte Steinwender. Die engagierte Landfrau wirbt für das Vertrauen in die Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft. "Den Verantwortlichen war es wichtig, dass die Broschüren nicht trocken und nüchtern rüberkommen. So sind sie dann auf mich in meiner Eigenschaft als Fachfrau zur Verkaufsförderung gekommen", erzählt Brigitte Steinwender. Wie die meisten der heimischen Produkte produziert werden ist der Landwirts-Tochter nicht fremd. Heute noch hilft sie im elterlichen Betrieb mit egal ob bei der Kartoffel- oder Kirschenernte oder anderen Arbeiten, die auf einem Bauernhof anfallen.

Zunächst hat sich Brigitte Steinwender nicht vorstellen können, bei der Herstellung der Broschüren mitzuwirken. Bereut hat sie ihre Zusage für dieses Wagnis nicht. "Das Ganze war aufregend und toll", ist die Begeisterung heute noch spürbar. Drei Tage stand sie in einem Studio in Stuttgart, bis alle Rezpete gekocht und sämtliche Fotos im Kasten waren. Sebst ihre Mutter wurde in das umfangreiche Projekt mit eingespannt.

Bevor es in der Studio-Küche zur Sache ging, hatte Brigitte Steinwender jedes Rezept in der heimischen Küche geprüft, erprobt und als es nötig war auch kleine Änderungen vorgenommen. "Das Kachelessen habe ich nicht gekannt, mir aber gleich gedacht, dass etwas nicht stimmt", erkannte die Fachfrau zielsicher. Die Lösung: einfach ein Ei mehr. Auch sonst hatte die Owenerin während des Shootings viel Spaß. Das Layout schon im Hinterkopf, musste sie entweder die blau-gestreifte Bluse für die Bier-Broschüre überstreifen und fürs Gemüse die rot-karierte. Allerdings stellte das Linsengericht sowohl Brigitte Steinwender als auch den Fotografen vor gewisse Probleme. "Immer wieder musste ich die Linsen im Teller umrühren, da sich nach einer gewissen Zeit an der Oberfläche eine Haut bildet", plaudert die Owenerin aus dem Nähkästchen. Irgendwann hatte sie davon genug und schöpfte nach dieser nervtötenden Arbeit für alle Beteiligten einen Teller voll mit Linsen und Spätzle samt Saitenwürstchen und dekorierte alles liebevoll mit Petersilie. Kurzentschlossen nahm der Fotograf zum Abschluss nochmal seinen Linsenteller vor die Linse und exakt dieses Foto findet sich in der Broschüre.

Diese Infoblätter werden bei verschiedenen Aktionen in ganz Baden-Württemberg an Interessierte ausgegeben, beispielsweise auf Messen wie dem Mannheimer Maimarkt, bei Aktionen oder im Lebensmitteleinzelhandel eben überall dort, wo die "Fachfrauen zur Verkaufsförderung" präsent sind. Die Ausbildung für die Fachfrauen, deren Koordination ebenfalls in den Händen von Brigitte Steinwender liegt, ist ein Projekt des Landfrauenverbandes in Kooperation mit der Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft Baden-Württemberg, der Centralen Marketinggesellschaft (CMA) und Wirtschaftspartnern.

Zurzeit wirbt Brigitte Steinwender in Luxemburg für das Qualitätszeichen Baden-Württemberg. Mit dabei sind auch die neuen Rezepthefte. Damit die ganze Angelegenheit nicht zu trocken bleibt, werden die Produkte auch kredenzt, unter anderem passend zur Jahreszeit auch der Spargelkuchen nachfolgend das Rezept.

SpargelkuchenZutaten für vier Personen:Für den Mürbteig:200 g Weizenvollkornmehl100 g kalte Butter1 Ei1/2 TL Salzauch mit Blätter-, Hefe- oder Schmalzteig möglichFür den Belag:500 g Spargel1/2 TL Salz1 TL Zucker3 EL ZitronensaftFür den Guss:4 Eier200 g Schmand200 ml Milch2 EL Speisestärke1/2 TL Salz, etwas Pfeffer1 Msp. Muskatnuss, frisch gerieben1/2 Bund PetersilieZubereitung:Für den Mürbteig das Mehl durchsieben und die Butter würfeln. Mit Eigelb und Salz rasch verkneten. In Folie gewickelt eine Stunde kalt stellen.Spargel schälen, holzige Enden abschneiden und gleich in Stücke schneiden. In Salzwasser mit Zucker, Zitronensaft und ca. 10 g Butter 10 Minuten garen, abtropfen lassen.Ofen auf 200§ C vorheizen (Umluft 180§ C). Form mit Backpapier auslegen. Teig ausrollen und in die Form legen, dabei einen etwa 4 cm hohen Rand bilden. Abgetropften Spargel darauf verteilen.Die Eier mit Schmand, Milch, Stärke, Salz, Pfeffer und Muskat verquirlen. Den Guss darüber gießen. Im Ofen (unten) 45 55 Minuten backen. Petersilie waschen, hacken und über den Kuchen streuen.