Lokales

"Die Sicherheit der Besucher muss gewährleistet sein"

Was tun mit einer mehr oder weniger maroden Turn- und Festhalle, deren Sicherheitsstandard bei weitem nicht mehr den gesetzlichen Forderungen entspricht und das bei der derzeitigen schlechten Finanzlage der Kommunen? Die Antwort fiel auch dem Lenninger Gemeinderat nicht leicht.

IRIS HÄFNER

Anzeige

LENNINGEN "Wir haben Handlungsbedarf", sagte Lenningens Bürgermeister Schlecht im Blick auf die Turn- und Festhalle Unterlenningen. Seiner Ansicht nach gibt es drei Möglichkeiten: Zum einen immer wieder die Schadstellen zu flicken, zum andern grundlegend in Abschnitten zu renovieren Elektrik und Heizung oder aber zum dritten die Option für einen Abriss mit nachfolgendem Neubau. "Eine grundlegende Sanierung des Gebäudes kostet uns viel Geld, bringt uns aber keine Verbesserung der Raumsituation", gab Michael Schlecht zu bedenken. Deshalb soll seiner Ansicht nach die Verwaltung beauftragt werden, drei Alternativen auszuarbeiten, um klären zu können, welche Lösung am sinnvollsten ist und was sie im einzelnen kosten. "Das ist dann nicht auf den Punkt genau, aber dadurch sparen wir Planungskosten", sagte Michael Schlecht. In Gesprächen mit Schulen und Vereinen soll zudem der Bedarf geklärt werden.

Allein die energetische Sanierung kostet die Gemeinde rund 1,5 Millionen Euro. "Die Frage ist die Finanzierbarkeit. Das Ding taucht im Haushalt nicht auf", meinte Michael Schlecht flapsig. Auch im Jahr 2006 sei dafür noch kein Geld vorhanden. "Wir müssen möglicherweise umschichten und schauen, wo wir Haushaltsmittel freimachen können", sagte er weiter. Das interne Gutachten der Verwaltung soll die entsprechenden Möglichkeiten aufzeigen, gleichzeitig warnte der Schultes jedoch vor überhöhten Hoffnungen. Erst wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, könne entschieden werden. "Wir sind jedoch in der Pflicht", gab er im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt zu bedenken. "Vor Flickschusterei sollten wir trotzdem Abstand nehmen", lautete jedoch eine weitere Überzeugung des Schultes. Dazu würde es jedoch kommen, wenn mittelfristig die Finanzierung nicht stehe. "Man muss auch Vision haben, ohne gleich Luftschlösser bauen zu wollen. Für eine bloße Sanierung bekommen wir keine Fördermittel, für einen öffentlichen Neubau in einem Sanierungsgebiet schon eher. Diese Möglichkeit will ich mir offenhalten", argumentierte er.

Am dringlichsten ist der Brandschutz. Schon einmal hat es einen Zwischenfall gegeben, der glücklicherweise ohne weitere Folgen blieb. Ein Scheinwerfer war durchgeschmort, was jedoch schnell bemerkt wurde. Allerdings hatte die Feuerwehr fast die Kindergartenkinder im Gebäude vergessen. "Es gibt günstige mobile Anlagen für den Brandschutz, die wir recht schnell beschaffen können", erklärte Michael Schlecht dazu. Sämtlichen Gemeinderäten liegt die Betriebssicherheit am Herzen. "Die rechtliche Seite sollte in trockenen Tüchern sein", meinte dazu Falk Kazmaier.

In den Augen von Georg Zwingmann macht es in Anbetracht der finanziellen Lage der Gemeinde jedoch keinen Sinn, großartig zu planen. "Wir sollten die Halle so weit sicher machen, dass sie für die Nutzer keine Gefahr darstellt. Ich sehe keine Realisierungschancen", sagte er. Uwe Straub, Leiter des Lenninger Hochbauamts, meldete jedoch Bedenken an, dass die Halle mittelfristig ohne Investitionen auskommen kann. Er zeigte ein äußerst düsteres Bild vom Innenleben der Halle auf. "Die Leitungen sind so marode, dass sie jederzeit durchbruzeln können. Ich kann die Halle nicht sicher machen", erklärte er. Seine Überzeugung: "Irgendwann brechen die Leitungen durch. Damit muss man jeden Tag rechnen", so seine düstere Prognose.

"Wenn es so schlimm ist, müssen wir sofort etwas machen", gab sich Karl Boßler alarmiert. Aus diesem Grund soll die mobile Brandschutzanlage angeschafft werden. Das Gerät kostet etwa 10 000 Euro bei einem Kauf oder zwischen 800 und 900 Euro pro Monat im Verleih.

Bei einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung drei Alternativen aufzuzeigen hat, allerdings unter der Maßgabe, dass der Brandschutz in der Unterlenninger Turn- und Festhalle gewährleistet ist.