Lokales

Die Siegläufer sind "Maulnet" und "Schaffwas"

KIRCHHEIM Die Anonymität hat ein Ende und die neuen Namen sind zugleich Programm. Leicht hatte es die Jury dabei nicht, die mit Vertretern des Bundes der Selbstständigen (BdS), der Gemeinschaft Kirchheimer Handel City Ring, der Verwaltung und schließlich der für Igel und

Anzeige

WOLF-DIETER TRUPPAT

Maulwurf verantwortlichen Werbeagentur besetzt war. Immerhin mussten insgesamt 229 Vorschläge bewertet werden. Bei der Frage, wie die beiden Baustellen-Sympathieträger künftig heißen sollen, kannte die Fantasie offensichtlich keine Grenzen.

Zum Abschluss des zweitägigen Straßenfestes im Karree Schweinemarkt konnte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker den Festbesuchern und -veranstaltern die von der Jury gewissenhaft ermittelten "Siegertitel" übermitteln. Von "Bruddler und Schaufler", "Zick und Zack", "Schaffi und Schaufli", "Grab und Schipp" und schließlich "Baule und Schlaule" arbeitete sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker dramaturgisch geschickt von Rang sechs bis Platz zwei vor.

Sie konnte damit zugleich auch die kreative Bandbreite der von der Jury in die Spitzengruppe gewählten Vorschläge aufzeigen. Als die beiden Siegernamen verlesen wurden, war im Publikum vor allem Petra Riewe begeistert. Sie hat "Maulnet und Schaffwas" vorgeschlagen und sich damit den ersten Preis gesichert einen von Karstadt-Reisebüro gespendeten Reisegutschein im Wert von 200 Euro.

Ein Sonderpreis ein von der Stadt gesponsorter Rundflug für zwei Personen wurde von der Jury Birgit Schnepple zuerkannt, die sich nicht nur die Namen "Igiton" und "Maulbeton" hatte einfallen lassen, sondern auch gleich ein ganzes Märchen schrieb, in dem neben Maulwurf und Igel auch ein auf der Baustelle Schweinemarkt lebender Regenwurm namens "Regiton" eine wichtige Rolle spielt. Nachdem die Hauptgewinner ermittelt waren, schritt die Oberbürgermeisterin gemeinsam mit der Leiterin Kultur im Schul-, Kultur- und Sportamt, Gabriele Huttenlocher, zur Verlosung der weiteren dreißig Preise. Dass ein bei der Verlosung nach dem Zufallsprinzip ebenfalls anwesender Teilnehmer gleich mehrfach unter den Siegläufern war, hatte aber nachweislich seine Berechtigung. Er hatte sich schließlich nicht nur zwei Namen ausgedacht, sondern das Thema Namensgebung gleich als Serienauftrag verstanden und entsprechend intensiv in Angriff genommen.

Da Kreativität nicht nur von der Verwaltung, sondern auch von den vielen im Karree sich befindenden Geschäften mit entsprechenden Preisen belohnt wurde, hatte er nicht nur viele Ideen entwickelt, sondern sie auch flächendeckend über das ganze Karree verteilt. Dass er viel Losglück hat, stellte er aber etwas in Abrede. Bei einem anderen Wettbewerb hatte er schließlich den mit einem Tauchkurs ausgestatteten ersten Preis gewonnen, wäre statt ins Wasser aber viel lieber als vierter Sieger in die Luft gegangen . . .

Allen, die nicht schon bei der Verlosung ihren Preis persönlich entgegen nehmen konnten, wird in den kommenden Tagen schriftlich mitgeteilt, was sie gewonnen haben und vor allem auch, in welchem Geschäft im Schweinemarktkarree sie ihren Gewinn abholen können.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker dankte abschließend noch einmal allen an dem zweitägigen Straßenfest im Karree Schweinemarkt beteiligten Geschäftsleuten für ihr großes Engagement und warb weiter um Verständnis dafür, dass in einer Stadt, die sich weiterentwickeln will, um künftig noch mehr Menschen anzulocken, auch gebaut werden muss. Jede Baustelle ist schließlich eine wichtige Investition in die Zukunftsfähigkeit der Einkaufsstadt Kirchheim.

Da das Wetter dieses Mal eher von der kalten Sophie als von der Sonne bestimmt wurde, sollten der erfolgreichen Generalprobe sicher noch weitere Feste folgen, um das Karree am Schweinemarkt schon während der Bauzeit durch einfallsreiche gemeinsame Aktivitäten zur wichtigen Flaniermeile zu machen, die sie ja baulich erst noch werden soll.