Lokales

"Die Stadt bleibt auch 2007 in Bewegung"

Ein beliebtes erstes Zusammentreffen von Bürgerschaft, Handel- und Gewerbetreibenden, Unternehmern, Handwerkern, Lokalpolitikern, Vertretern von Vereinen, Kirchen, Verbänden und Organisationen nach den Weihnachtsfeierlichkeiten und dem Jahreswechsel, ist der Neujahrsempfang der Stadt Wendlingen. Am Montag gab man sich im Evangelischen Gemeindehaus ein Stelldichein, darunter Landrat Heinz Eininger und die Landtagsabgeordneten Carla Bregenzer (SPD) und Karl Zimmermann (CDU).

GABRIELE KIEDAISCH

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WENDLINGEN Musikalisch eingestimmt auf den Abend wurden die Gäste vom vierköpfigen Bläserensemble des Musikvereins Wendlingen. Beim traditionellen Dämmerschoppen wird auf das alte Jahr kurz zurückgeblickt, bevor das gerade angelaufene genauer in Augenschein genommen wird. In seiner Rede zum Neujahrsempfang zog Bürgermeister Frank Ziegler ein "ausgesprochen positives" Fazit zum abgelaufenen Jahr. Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und der Bürgermeister hätten wichtige Projekte auf den Weg gebracht, meinte er. Herausragende Glanzlichter für eine weiterhin positive Entwicklung der Stadt seien die Einrichtung der Ganztagesschule an der Ludwig-Uhland-Schule, der Bau neuer Sportanlagen im Gebiet "Speck" und der Treffpunkt Stadtmitte. "Die Wettbewerbsfähigkeit Wendlingens für die Zukunft wird damit gesichert," unterstrich Ziegler.

Voraussetzung dafür seien im letzten Jahr eine Reihe von Beschlüssen gewesen. Ziegler bezeichnete 2006 deshalb auch als das "Jahr der Beschlüsse."

Für die anstehenden Projekte hatte der Gemeinderat vier Baubeschlüsse gefasst, davon einen noch in der letzten Sitzung des Gemeinderats am 19. Dezember. Außerdem seien die Planungen detailliert angegangen worden. Im Mittelpunkt des Haushalts 2007 und der weiteren Finanzplanung ständen daher auch diese drei Großprojekte.

Obwohl sich die städtische Finanzlage im vergangenen Jahr wieder um einiges besser entwickelt habe als zu erwarten gewesen sei, bedeute dies jedoch nicht, dass auch alle wünschenswerten Maßnahmen in Angriff genommen werden könnten, machte der Bürgermeister deutlich. Nach seinen Worten soll in Zukunft auf Kreditaufnahmen verzichtet werden, zusätzlich will man dauerhaft einen hohen Mindestbestand in der Allgemeinen Rücklage belassen, "trotz des für die Stadt größten und umfangreichsten Investitionsprogramms aller Zeiten", das Wendlingen mit den erwähnten Großprojekten derzeit schultert. Nur mit dieser "umsichtigen Haushaltspolitik" könne die Stadt auch in Zukunft den "notwendigen Spielraum für Gestaltung und Investition erhalten", erläuterte Ziegler. Als weitere Schwerpunkte und Ziele für das Jahr 2007 nannte Ziegler die ICE-Trasse mit Güterzuganbindung und der damit verbundenen Lärmproblematik, der Verkauf des Festplatzes und die Privatisierung der Galerie. "Diese und weitere Punkte warten auf eine abschließende Lösung," sagte Ziegler, "die Stadt bleibt also in Bewegung."

Vor dem Hintergrund künftiger Stadtentwicklungen und dem demografischen Wandel werde das "Wie" die größte Herausforderung sein, wolle Wendlingen weiterhin attraktiv und lebenswert bleiben und damit im Standortwettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Die anstehenden Großprojekte seien für die Zukunft Wendingens und seiner Menschen deshalb von besonderer Bedeutung, warb Ziegler. Allerdings seien sie nicht zum Nulltarif zu haben. Ein großer Teil der Rücklagen werde für ihre Realisierung benötigt.

In diesem Zusammenhang richtete Ziegler seine Rede direkt an den anwesenden Landrat und die beiden Landtagsabgeordneten und bat um ihre Unterstützung bei den vor dem Jahreswechsel eingereichten Zuschussanträgen für die neuen Sportanlagen und die Sporthalle im "Speck".

Nach den Verlautbarungen des Bürgermeisters werden in diesem Jahr eine Reihe von Planungen umgesetzt. Dazu gehört der Spatenstich für die neue Sportanlage und die Sporthalle im Gebiet "Speck" im Sommer dieses Jahres. Baubeginn des Treffpunkts Stadtmitte soll ebenfalls in diesem Sommer sein. Bereits in den Pfingstferien startet der Umbau und die Erweiterung der Ludwig-Uhland-Schule zum Ganztagesbetrieb. Und schon ab Ende Februar sind die Umzüge der Bereitschaftsräume des Deutschen Roten Kreuzes und des Notariats in die Alte Volksbank terminiert.

Zuversichtlich zeigte sich Frank Ziegler bei der Klärung von einigen Details bei den Großprojekten, die vor Weihnachten für Unzufriedenheit sorgten. Wie das Konzept für den Betrieb und die Pflege der neuen Sportanlagen aussehen soll, werde die Verwaltung gleich am nächsten Morgen angehen.

"Mit Zuversicht in die Zukunft" schloss das Stadtoberhaupt seine Ansprache zum Neujahrsempfang und dankte allen ehernamtlich Tätigen, die sich in den Vereinen, bei der Feuerwehr, der Agenda 21, den Kirchen, Organisationen und im Gemeinderat engagieren.