Lokales

Die Suche nach dem Einvernehmen

Die Dettinger Firma Schrott Bosch möchte ihre Shredderanlage austauschen und dabei die Staub- und Lärmentwicklung nach Möglichkeit minimieren. Dazu hatte der Dettinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das kommunale Einvernehmen zu erteilen. Das Gremium hat sich aber für die Vertagung entschieden, um noch mehr Informationen bekommen.

ANDREAS VOLZ

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DETTINGEN Bürgermeister Rainer Haußmann erläuterte den Gemeinderäten und den zahlreichen Zuschauern zu Beginn der Debatte um die Shredderanlage, welche Problematik sich hinter dem Thema verbirgt: Für diesen Bereich an der Kirchheimer Straße in Dettingen gibt es keinen Bebauungsplan. Industrie und Wohngebäude in unmittelbarer Nachbarschaft ließen sich nachträglich auch gar nicht mehr in einem Bebauungsplan zusammenbringen. Trotzdem genießen beide Nutzungen das Wohnen und die industrielle Produktion Bestandsschutz.

Der geplante Austausch der vorhandenen Shredderanlage bedarf gleichwohl der Genehmigung. Zuständig dafür ist das Esslinger Landratsamt. Die Gemeinde Dettingen kann dabei lediglich das kommunale Einvernehmen erteilen oder auch versagen. Ohne dieses Einvernehmen ist aber keine Genehmigung möglich beziehungsweise nur über Widerspruch zu erlangen oder gegebenfalls vor Gericht einklagbar. Deshalb hat der Technische Ausschuss des Dettinger Ratsgremiums das Thema wegen dessen Brisanz wieder an den Gemeinderat übertragen.

Die Ratsmitglieder forderten nun vor einer Entscheidung noch mehr Informationen über die neue Anlage, die durch "Einhausung" eines Teilbereichs sowie durch Luftbefeuchtung die bisherige Staubemission verringern helfen soll. Vorgeschlagen wurde ein Treffen auf dem Firmengelände, bei dem der Gemeinderat, Vertreter der Firma Schrott Bosch und die Anwohner weitere Fragen gemeinsam klären könnten. Ziel ist eine einvernehmliche Lösung. Bürgermeister Haußmann verwies darauf, dass die Firma zu einem solchen Ortstermin nicht verpflichtet ist, bevor sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür entschied, das Thema zu vertagen und erst nach einem Treffen vor Ort wieder im Plenum zu behandeln.