Lokales

Die Tiere leiden schwer unter der Knallerei

Die ungewohnte Silvesterknallerei kann Haus- und Wildtiere in Angst und Schrecken versetzen. Schon vor der Silvesternacht beginnt für die meisten Tiere der Stress durch verfrüht gezündete Knallkörper. Daher appelliert der Tierschutzverein Kirchheim, auf die Knallerei zu verzichten. "Böller und Raketen sind kein Spielzeug" warnen zusätzlich die Polizei und das Gewerbeaufsichtsamt.

RUDOLF STÄBLER

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Die Silvesterknallerei stellt für die Tiere eine starke Belastung dar und kann für diese sogar tödlich enden. So können Tiere durch die Knallerei in Panik geraten und sich verletzen. Schon in den Tagen vor dem Jahreswechsel sollten Hunde in bewohnten Gebieten nur noch angeleint ausgeführt werden, denn verfrühte Kracher könnten sie in panischem Schrecken davonlaufen lassen. Katzen sollte der Freilauf an Silvester ganz verwehrt werden.

Weiter schlägt der Tierschutzverein vor, am Silvesterabend Türen und Fenster geschlossen zu lassen, gegebenenfalls können auch die Rollos heruntergelassen werden, um den Lärm ein wenig zu dämpfen. Die gewohnten Geräusche von Fernseher oder Radio beruhigen die Haustiere ebenfalls. Idealerweise sollte den Tieren ein ruhiger Platz in einem Raum geschaffen werden, der nicht direkt zur Straßenseite liegt. "Tiere fühlen sich geborgener, wenn sie sich total zurückziehen können", erklärt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Joachim Blessing.

Wildtiere in Wald und Flur sind den Krach in der Silvesternacht gar nicht gewohnt. Deshalb appelliert der Tierschutzverein dringend an die Feiernden, keine Feuerwerke am Waldrand, auf Waldlichtungen oder in Parkanlagen zu zünden. Generell, so der Tierschutzverein abschließend, sollte sich jeder fragen, ob es sinnvoll ist, Unsummen von Geld für ein scheinbares Vergnügen auszugeben. "Die jedes Jahr verpulverten Millionen sollten einen vielmehr nachdenklich stimmen", mahnt Blessing.

Kein SpielzeugBöller und Raketen sind kein Spielzeug, warnt das Gewerbeaufsichtsamt. Das Amt informiert Verkäufer und Verbraucher über Feuerwerksartikel und kündigt Kontrollen an.

Für viele Menschen ist es Tradition, das neue Jahr mit Böllern und Raketen zu begrüßen. Leider, so warnt das Amt, zeigen die Erfahrungen, dass sich jedes Jahr viele Menschen mit Brandwunden im Gesicht und an den Händen oder mit Trommelfellverletzungen in ärztliche Behandlung begeben müssen. Auch Zimmerbrände, ausgelöst durch unsachgemäßes Abbrennen von Tischfeuerwerken oder durch Raketen, die durch geöffnete Balkontüren oder Fenster in Wohnungen gelangten, führten immer wieder zu hohen Sachschäden.

"Gewissenhafter Umgang mit Feuerwerksartikeln muss darum schon bei den Verkäufern beginnen", lässt Hans-Georg Pachur, Leiter des Gewerbeaufsichtsamts, keinen Zweifel an der Verantwortung, die auch der Einzelhandel mit dem Verkauf von Feuerwerkskörpern besitzt. "Wir werden deshalb streng das Angebot und die Lagerung pyrotechnischer Gegenstände in den Verkaufsstellen kontrollieren. Dabei dürfen die pyrotechnischen Gegenstände nur von so genannten bestellten verantwortlichen Personen an Kunden abgegeben werden. An die Kunden geht die Warnung, nur solche Gegenstände abzubrennen, die mit dem in Deutschland notwendigen Zulassungszeichen "BAM-PI" oder "BAM-PII" und jeweils einer vierstelligen Nummer versehen sind. Vor dem Abbrennen muss auf jeden Fall die Gebrauchsanweisung gelesen werden. Auch dürfen Feuerwerkskörper niemals selbst hergestellt werden, genauso wie an gekauften nicht herumgebastelt werden soll. "Wer Blindgänger nochmals anzündet, handelt fahrlässig und gefährdet sich und andere Personen" warnt die Behörde.

In diesem Jahr ist der Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse II am 29., 30. und 31. Dezember erlaubt. Gezündet werden dürfen diese Artikel nur am 31. Dezember und am 1. Januar. Außerdem, so betont das Gewerbeaufsichtsamt, sei es ein Gebot der Fairness, bei der Silvesterknallerei Rücksicht auf alte und kranke Menschen zu nehmen. Zudem ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Knallern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen nicht erlaubt.

Alkohol im SpielAuch die Polizeidirektion Esslingen erinnert daran, dass sich an Silvester immer wieder schwere Unfälle mit Feuerwerkskörpern ereignen. Oftmals ist nach den Erfahrungen der Polizeibeamten dieser Umstand auf den unsachgemäßen Umgang und auf den übermäßigen Alkoholeinfluss zurückzuführen. Ferner macht die Polizei darauf aufmerksam, dass Kindern Feuerwerksartikel niemals überlassen werden dürfen, höchstens Artikel der Klasse I. Das sind beispielsweise Knallerbsen oder kleineres Tischfeuerwerk.

Das Abschießen erwerbserlaubnisfreier pyrotechnischer Munition mit Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist nur auf dem eigenen Grundstück erlaubt. Auf anderen Grundstücken nur mit der Erlaubnis des Inhabers. Der Schütze muss mindstens 18 Jahre alt sein und hat sich dem Waffengesetz gemäß zu verhalten. Auf keinen Fall darf auf Menschen oder Tiere gezielt werden.