Lokales

Die Tücken von Ofen und Teig bestens im Griff

Speckkuchen, Kümmelkuchen, Apfelkuchen, Streuselkuchen, Rahmkuchen die Auswahl an traditionellen schwäbischen Backwaren, die das Küchenteam des Beurener Freilichtmuseums im Angebot hat, ist nicht zu verachten.

SYLVIA GIERLICHS

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BEUREN Im Holzofen des Backhauses gebacken, erhalten die Kuchen dann noch die ganz eigene geschmackliche Note. Kein Wunder, dass sich immer dann Menschentrauben vor dem Backhaus des Beurener Freilichtmuseums versammeln, wenn Rauchschwaden ankündigen, dass demnächst das Küchenteam in Aktion tritt.

Seit zehn Jahren stellen die Mitglieder des Museums-Fördervereins ehrenamtlich ihre Arbeitskraft vor allem beim Museumsfest und beim Mostfest zur Verfügung, um den Besuchern die alten Rezepte aus der Region zu präsentieren. Das mit der Arbeits-Kraft ist wörtlich gemeint, denn "das Backen macht sehr viel Spaß, aber abends ist man total platt", lacht Annerose Class, die von Anfang an zum Team gehörte: "Bei manchen Festen kommen über hundert Kuchen zusammen."

Zwar können die Frauen auf eine Teigmaschine zurückgreifen, aber der Hefeteig an sich kann ja gelegentlich eine Diva sein. Es gehört viel Routine dazu, große Mengen in gleichbleibender Qualität herzustellen.

Das Backen im Holzofen hat ebenfalls seine Tücken. Dieser werde zwar, so Class, von Backhaus-Profi Marianne Krohmer einen Tag vorgeheizt, doch die Temperatur konstant zu halten ist so gut wie nicht möglich. "Wann gibts was zu essen?", fragte ein Besucher sie einst mit knurrendem Magen. "Das können wir nicht so genau sagen", war Class' Antwort, worauf der Besucher erstaunt entgegnete: "Das muss man doch wissen, wie lange der Kuchen drin sein muss". Oft kann man es eben nicht wissen. Hungrig weggeschickt wurde jedoch noch niemand.

Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen des Museums werfen konnte und den Damen bei der Arbeit über die Schulter blicken durfte, kann sich vorstellen, dass man hier wirklich nur als Team etwas bewerkstelligen kann. "Die Chemie zwischen den Mitarbeitern muss stimmen, damit die Arbeit klappt", bestätigt auch Annerose Class.

Beim Museumsfest vor einigen Wochen geriet aber wegen der tropischen Temperaturen und des großen Besucheransturms selbst das Küchenteam an seine Grenzen und so manch einer fragte sich: "Warum tu ich mir das eigentlich an, acht Stunden in der Sonne zu stehen und zu arbeiten."

Für den Hefeteig jedoch, berichtet Annerose Class, sei das Wetter ideal gewesen, das habe die Strapazen wieder wettgemacht. Nach dieser Aussage kann man sich vorstellen, warum das Küchenteam seit zehn Jahren so ausgesprochen erfolgreich zusammenarbeitet.