Lokales

Die „Verah“ wird mobil

Immer mehr „Verah-Mobile“ im Raum Kirchheim ermöglichen Helferinnen Hausbesuche

„Mit dem Verah-Mobil kommen wir jetzt überall gut hin.“ Arztfachhelferin Stephanie Strobel ist erfreut über das neue Auto, das vor der Praxis ihres Chefs Dr. Simon Driesel in Weilheim steht mit der Aufschrift „VERAHMobil“. Der Wagen, der von der AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband und ­MEDI gesponsert wird, ist dafür da, die „Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis“ (Verah) zu Patienten zu bringen.

Dr. Simon Driesel, Stephanie Strobel und Birgit Kapp sowie Otto Bauer von der AOK Neckar-Fils freuen sich über mehr Mobilität zu
Dr. Simon Driesel, Stephanie Strobel und Birgit Kapp sowie Otto Bauer von der AOK Neckar-Fils freuen sich über mehr Mobilität zugunsten der Patientenversorgung.Foto: aok

Weilheim. Mit diesen Hausbesuchen entlasten die Verahs Stephanie Strobel und ihre Kollegin Birgit Kapp den Arzt. Nach speziellen Fortbildungen können sie Routineuntersuchungen vornehmen, wie Blut abnehmen und Blutdruck messen. „Wir kontrollieren auch die Medikamentenpläne und da es ja meist um ältere Herrschaften geht, sehen wir nach, ob es im Haushalt Stolperfallen gibt oder ob ein Badelift notwendig ist“, schildert Strobel ihre Arbeit. Dr. Driesel ist heilfroh: „Ich kann mich so bei den Hausbesuchen auf die Patienten konzentrieren, bei denen medizinische Fragen im Mittelpunkt stehen“, erklärt der 35-Jährige. „Das spart sehr viel Zeit.“

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Driesel hat die Hausarztpraxis in Weilheim im April von Dr. Matthias Spiller übernommen. Zuvor arbeitete der Internist neun Jahre lang im Krankenhaus in Kirchheim. Warum wollte er Hausarzt werden? In der Öffentlichkeit wird doch ständig von Nachwuchssorgen für Hausarztpraxen gesprochen. Driesel: „Krankenhaus hat Spaß gemacht, aber da bekommt man immer nur Teilbereiche mit. Als Hausarzt begleite ich die Patienten länger und umfassender. Das gefällt mir.“ Und durch die neuen Arbeitszeiten – kein Schichtdienst, meist freies Wochenende – habe er zudem mehr Zeit für seine Familie.

Der Dienstwagen für die Helferinnen ist geleast, die Hälfte der monatlichen Kosten übernimmt die AOK gemeinsam mit dem Hausärzteverband und dem Arztberufsverband MEDI Baden-Württemberg. Hausärzte, die am Hausarztprogramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen und eine Versorgungsassistentin beschäftigen, erhalten von der AOK einen Quartalszuschlag von fünf Euro pro Chroniker-Patient.

„Wir leisten mit der Finanzierung der Verahs einen wichtigen Beitrag, um Hausärzte zu entlasten. Wir hoffen auch, damit dem drohenden Hausarztmangel auf dem Land entgegenzuwirken“, erklärt Johannes Bauernfeind, Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils. Das Auto sei da eine zusätzliche Unterstützung. Bislang sind landesweit mehr als 250 Verah-Mobile ausgeliefert, 2018 sollen es mehr als tausend sein. Nach und nach entdecken immer mehr Hausärzte das Verah-Mobil, stellt Otto Bauer, Leiter des Arzt-Partner-Services der AOK Neckar-Fils, fest. „In diesen Wochen konnten wir in der Region Kirchheim kurz hintereinander drei Autos ausliefern.“ Außer Dr. Driesel sind nun auch die Versorgungsassistentinnen von Viktor Zielke in Kirchheim und Dr. Frank Schellhaas in Dettingen mit dem weißen Kleinwagen ausgerüstet.pm