Lokales

Die verborgenen Schönheiten ins Licht gerückt

Tief hinein in die Falkensteiner Höhle, ganz bequem und trockenen Fußes, das ist jetzt möglich. Michael Diefenbach und seine Kameraden der Höhlenforschergruppe Karlsruhe haben einen 25-minütigen Film gedreht, der auf DVD erhältlich ist.

MICHAEL RAHNEFELD

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GRABENSTETTEN Die Falkensteiner Höhle zählt mit einer bislang vermessenen Länge von knapp 4000 Metern zu den längsten Höhlen der Alb. Sie ist eigentlich nur für gut ausgerüstete Höhlengänger oder Forscher begehbar oder "befahrbar", wie es in der Sprache der Höhlenkundler und Bergleute heißt. Dass die Höhle zudem aktiv ist, also von einem Bach durchflossen wird, wobei sich teilweise die Höhlendecke bis unter den Wasserspiegel senkt und damit so genannte Siphons bildet, das macht einen Besuch spannend, aber auch gefährlich.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Zwischenfällen, bei denen unerfahrene Höhlengänger durch rasch steigendes Wasser in der Höhle eingeschlossen wurden und dort verharren mussten, bis Hilfe kam. Trotzdem stürzen sich immer wieder Abenteurer in die Höhle, bisweilen die Gefahren geradezu herausfordernd. Während die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten mit ihrem Höhlendienst an den Sommerwochenenden direkt vor Ort über die Höhle informiert und auf Gefahren aufmerksam macht, hat jetzt ein Team um Michael Diefenbach einen digitalen Videofilm über die Höhle gedreht, der es ermöglicht, einen Vorstoß bis zum vierten Siphon ganz bequem vor dem heimischen Fernseher mitzuerleben. Gleichzeitig soll der Dokumentarfilm aber auch die Gefahren in der Höhle aufzeigen.

Diefenbach und seine Mannen haben mit diesem Dreh eine logistische Meisterleistung vollbracht, als sie in den Jahren 2003 und 2004 etliche Male mit schweren Akkus bepackt und einer in einem Behälter isolierten und beheizten Digitalkamera in die Höhle vorstießen. Zuvor hatten sie sich bei Kollegen in Franken kundig gemacht, die dort über eine ähnliche Höhle, die Mühlbachhöhle im Altmühltal, einen Film gedreht hatten. "Der Film nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Unterwelt der Schwäbischen Alb", sagt Diefenbach nicht ohne Stolz über die Aufnahmen aus allen Teilen der Höhle.

Das zusammengetragene Material, das er gemeinsam mit Sohn Andreas, Eckart Uhlmann, Jörn Grooß, Ingolf Fischer und Florian Annawald nun auf DVD gebrannt hat, kann sich sehen lassen. Neben dem 25-minütigen Vorstoß in die Falkensteiner Höhle mit fachkundiger Kommentierung und Musikuntermalung von Johannes Kayser gibt es auf der DVD auch eine Fassung nur mit Originalton sowie als Extra einen Film über die Befahrung einer Schachthöhle, des Rainloches.

INFODer informative Dokumentarfilm über die Falkensteiner Höhle kann auf DVD bezogen werden, Kosten 13 Euro plus Versandkosten. Er ist erhältlich über die Arge Höhle und Karst Grabenstetten direkt beim Gäste- und Informations-Abend am kommenden Samstag, 12. November, oder unter der Bestelladresse im Internet lookteddy@t-online.de oder auch unter www.hoefo.de direkt bei Michael Diefenbach.