Lokales

Die Wahlurne füllt sich

Der Wahlkampf zur Wahl des 14. Landtags von Baden-Württemberg am 26. März läuft auf Hochtouren. Der Einsatz der Kandidaten erreicht aber nicht (mehr) jeden Bürger: Nicht nur im Kopf ist die Entscheidung nämlich vielfach schon gefallen, auch das Kreuzchen auf dem Papier haben einige bereits vollzogen. Die Wahlurne im Rathaus hat sich schon bis zu einer Höhe von zehn Zentimetern mit roten Briefwahl-umschlägen gefüllt.

IRENE STRIFLER

Anzeige

KIRCHHEIM Herzlich willkommen ist im Kirchheimer Rathaus, wer

O:902F601.EP_dort vorab sein Kreuzchen schon mal machen möchte. Wahlamtsleiter Jochen Schilling und sein Team haben die Wahlkabine längst aufgestellt. Mitzubringen ist natürlich die "Wahlbe-nachrichtigungskarte", die jeder wahlberechtigte Bürger bereits in seinem heimischen Briefkasten vorgefunden hat.

Auch wer am Wahlsonntag, dem letzten Sonntag im März, verhindert ist, kann mit Hilfe dieser Karte an der politischen Weichenstellung im Ländle mitwirken: Auf der Rückseite findet sich nämlich der Antrag auf Erteilung eines Wahlscheins mit Briefwahlunterlagen. Besonders unkompliziert und schnell kann die Briefwahl online per Internet beantragt werden. Ein Service, der sich nach Einschätzung von Jochen Schilling schon im Bundestags- und Kommunalwahlkampf sowie bei der Oberbürgermeisterwahl bewährt hat und daher jetzt erstmals auch bei der Landtagswahl angeboten wird.

Auf der Homepage der Stadt Kirchheim unter der Internetadresse www.kirchheim-teck.de gilt es einfach, auf "Aktuelles" zu klicken und dann auf "Briefwahlunterlagen online per Internet". Wer den dortigen Antrag ausfüllt und elektronisch versendet ergänzt um die Wahlbezirks- und Wählernummer, die auf der Karte stehen bekommt die Unterlagen umgehend zugeschickt. Dieser Service ist bis Donnerstag, 23. März, um Punkt 12 Uhr möglich, also drei Tage vor der Wahl. Danach gibt's die Unterlagen bis Freitag, 24. März, 18 Uhr, nur noch im Rathaus, in Zimmer 23/2. In Notfällen, die aber ein ärztliches Attest erfordern, werden auch noch am Samstag vor der Wahl von 10 bis 12 Uhr und am Wahlsonntag von 14 bis 15 Uhr im Rathaus Briefwahlunterlagen ausgehändigt.

Allerspätestens bis zum Wahlabend um 18 Uhr muss auch der letzte rote Wahlbrief im Hausbriefkasten des Rathauses in der Marktstraße 14 liegen. Briefe aus den Verwaltungsstellen werden zu diesem Zeitpunkt nicht mehr berücksichtigt. Wer seine Stimme per Post versendet, muss natürlich die Dauer des Postwegs berücksichtigen.

Ab Sonntag, 18 Uhr, geht's ans Zählen. 300 ehrenamtliche Wahlhelfer, überwiegend "alte Hasen" in Sachen Auszählung, stehen in den Startlöchern um schnellstmöglich das Kirchheimer Zahlenmaterial für die Landtagswahl zu ermitteln. Wahlberechtigt sind 27 500 Wahlberechtigte in der Teckstadt, gut Tausend mehr als vor fünf Jahren. Damals lag die Zahl der Briefwähler bei 2363. Hier geht Jochen Schilling von einer Steigerung aus. "Viele finden es einfach bequemer, am Wahlsonntag nicht zum Gang ins Wahllokal gezwungen zu sein", ist seine Einschätzung. Schon jetzt sind 1000 Anträge auf Briefwahl vom Wahlteam bearbeitet worden. Mag sein, dass der Termin, der auf einen typischen Konfirmationssonntag fällt, zudem ein kleines Briefwahl-Plus beschert.

Ob sich an der Wahlbeteiligung etwas ändert, bleibt abzuwarten. Sie lag im Jahr 2001, als Ute Vogt für die SPD den langjährigen CDU-Landesvater Erwin Teufel herausforderte, in Kirchheim bei 64,83 Prozent und damit leicht über dem Landesdurchschnitt. Langschläfer sollten auf jeden Fall schon mal aufpassen, dass sie nicht vor verschlossenen Wahllokalen stehen. "In der Nacht auf den Wahlsonntag wird auf Sommerzeit umgestellt", gibt Jochen Schilling zu bedenken. Das Wochenende ist also sozusagen eine Stunde kürzer. Zumindest die Wahlhelfer sollten daher dringend ihre Wecker entsprechend stellen.

Alles in allem rechnet das Wahlteam nicht mit besonderen Ereignissen. Da jeder Wahlberechtigte nur eine Stimme hat und die Stimmzettel gefaltet, also ohne Umschlag, am Wahlsonntag in die Urne geworfen werden, ist von einer schnellen Auszählung auszugehen. Jochen Schilling spricht von einer "überschaubaren, kompakten Wahl". Die Fachleute gehen davon aus, ab 20 Uhr ein vorläufiges ortsbezogenes Ergebnis präsentieren zu können, das auf der Internet-Homepage der Stadt abgerufen werden kann.