Lokales

"Die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt sichern"

Der Dämmerschoppen zum Jahresbeginn ist für die Vertreter aus Politik und Verwaltung, Industrie und Handwerk, Handel und Dienstleistung, der Kirchen, Vereine, Organisationen und Institutionen der Stadt Wendlingen stets eine angenehme Pflicht. Am Montagabend konnte Bürgermeister Frank Ziegler rund 300 Gäste im Gemeindezentrum Sankt Georg begrüßen.

CHRISTA ANSEL

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WENDLINGEN Für den musikalischen Rahmen sorgte das Bläser-Quintett des Musikvereins Unterboihingen, und der Schultes gab in seinem Ausblick auf 2006 manche Anregung für die folgenden anregenden Gesprächsrunden. Die Bilanz für 2005 fiel für den Wendlinger Bürgermeister entgegen der Meinung einzelner Kritiker "insgesamt recht positiv" aus. Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung hätten wichtige Projekte auf den Weg gebracht. Als richtungsweisend eingestuft wird von Frank Ziegler so der Beschluss zur S-Bahn-Verlängerung, zur Einrichtung einer Ganztagesschule und der Grundsatzbeschluss zum Bau neuer Sportanlagen und des "Treffpunkts" in der Stadtmitte.

Auch 2006, so Ziegler, werde es notwendig, die Wettbewerbsfähigkeit Wendlingens zu sichern und auszubauen. "Effizienter und kostengünstiger, also schlanker sollen wir vor dem Hintergrund immer knapper werdender kommunaler Finanzmittel werden." Im Gegensatz zu manchem Unternehmen müssten sich Verwaltung und Gemeinderat aber auch der sozialen Verantwortung einer Stadt bewusst sein. Wendlingen solle weiterhin attraktiv und lebenswert bleiben. Die Stadt müsse ihre Zukunftsaufgaben entwickeln und umsetzen, um im Standortwettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.

Unter diesem Gesichtspunkt seien die "anstehenden Großprojekte sehr wichtig für die Zukunft unserer Stadt und der Menschen, die hier leben". Die Realisierung der Projekte gebe es allerdings nicht zum Nulltarif. Ein großer Teil der Rücklagen müsse dafür herangenommen werden, und weitere Sparmaßnahmen im städtischen Haushalt notwendig. Nicht einfach sei es da, festzulegen, wie und wo gespart werde.

Der Gemeinderat müsse sich in den nächsten Wochen der Zusammenfassung und Neuanlage der Sportstätten und der Realisierung des "Treffpunkts" in der Stadtmitte widmen. Bis Anfang Februar werden der Turnverein Unterboihingen und der Tennisclub Wendlingen eine Entscheidung darüber fällen, ob sie ihre Sportanlagen mit in das neue Gelände am Speckweg verlegen. Von diesen Entscheidungen, betonte der Bürgermeister, hänge die Detailplanung der Außensportanlagen ab. Aus städtebaulichen Gründen halte er eine Verlagerung der Aktivitäten aller großen Sportvereine für wünschenswert. Allerdings werde man sich anders lautenden Wünschen des TVU und des TCW nicht verschließen.

Das Raumprogramm für Säle, Übungsräume und den Bereich von Bürgertreff und Musikschule stehe dank der Mitarbeit der künftigen Nutzer weitgehend. In den nächsten Tagen müsse es eine Entscheidung über die Integration der Galerie und der Volkshochschule geben. Aus seiner Sicht, betonte Frank Ziegler, könne diese Entscheidung nur lauten: Verbleib der städtischen Galerie in der Weberstraße und Umzug der Volkshochschule von der Lauterschule in den "Treffpunkt". So könnten Räume für den Bürgertreff und für Vereinsaktivitäten effizienter, also auch ganztags, genutzt werden. "Natürlich wird der Treffpunkt durch diese zusätzlichen Räume ein wenig teurer als früher veranschlagt, aber wir können hier mit gutem Gewissen eine hohe Gegenfinanzierung durch den Verkauf der Lauterschule einrechnen", signalisierte Wendlingens Bürgermeister beim Dämmerschoppen.

Zwei Dinge dürften Zieglers Ansicht nach bei der Umsetzung beider Projekte nicht eintreffen: ein zu großes und damit teures Prestigeobjekt mit möglicherweise fatalen Folgekosten oder ein wissentlich zu kleines Objekt, um kurz nach Fertigstellung festzustellen, am falschen Ende gespart zu haben. Umsicht sei hier also gefragt. Die Wendlinger Bürgerschaft forderte der Schultes auf, Stadtverwaltung und Gemeinderat bei ihren Aufgaben tatkräftig zu unterstützen nicht nur um Geld zu sparen, "sondern um eine lebendige und aktive Stadt zu haben". Er hoffe auf eine weitere gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Der Dank des Bürgermeisters galt allen ehrenamtlich Tätigen, die sich in den zahlreichen Organisationen und Institutionen engagierten. Die Chance eines solchen Empfanges, miteinander ins Gespräch zu kommen, nutzten die vielen Gäste zu manch anregender Gesprächsrunde.