Lokales

Die Zeit der Birken läuft langsam ab

Der Friedhof beschäftigte den Notzinger Gemeinderat gleich in mehrfacher Hinsicht: Einige Birken müssen gefällt werden, zwei Wege sind dringend sanierungsbedürftig und es werden auch neue Grabfelder benötigt.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Schon im Hinblick auf die Sicherheit der Friedhofbesucher müssen wir sukzessiv die Birken fällen, vor allem die dürren", erklärte Notzingens Bürgermeister Flogaus. Auch wenn es dem bekennenden Baumfreund Eduard Bosch bekannt ist, dass Birken nicht gerade zu den langlebigen Sorten gehören, plädierte er für eine sorgfältige Auswahl. "Ohne die Bäume brennt die Sonne herein. Wir sollten uns vielleicht Gedanken machen, welche Birken wir durch Pflegemaßnahmen erhalten können", gab er zu Bedenken. Ganz anders sah es sein Fraktionskollege Erhard Reichle: "Die Birken können wir gerne großzügig rausmachen. Ich war noch nie ein Freund von ihnen." Stattdessen sollte sich der Gemeinderat Gedanken darüber machen, welche schnellwachsenden Bäume gepflanzt werden können. "Im vorderen Bereich wachsen Linden", konnte Herbert Hiller dazu berichtetn. Welche Bäume nun ersatzweise gepflanzt werden, wurde in der jüngsten Sitzung nicht geklärt, einstimmig jedoch die Entfernung der dürren Birken beschlossen.

Weit größere Probleme bereiten jedoch zwei Wege im östlichen Teil des Friedhofs. "Der obere Weg bricht an der Südseite komplett weg. Das können wir so nicht mehr belassen", sagte Jochen Flogaus. Weil der Friedhof in Terassen angelegt ist, könnte es passieren, dass ein Besucher eineinhalb bis zwei Meter in die Tiefe fällt, so die Befürchtung des Schultes. "Die Bodenproblematik ist bekannt. Da der Hang schiebt, werden wir in zehn Jahren wieder über Sanierung diskutieren", ist sich Herbert Hiller sicher. "Wir haben Wasser im Hang, da wird es schwierig mit der Ruhe", so die Einschätzung von Erhard Reichle. Er schlug vor, Steinkoffer einzuarbeiten. Dabei handelt es sich um Drahtkörbe, die mit Steinen gefüllt sind. Auch in diesem Punkt herrschte Einigkeit: Die beiden Wege sollen in Stand gesetzt werden, wofür Angebote einzuholen sind.

Der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) des Gemeinderats konnte sich bei seiner Besichtigung im April vor Ort auch ein Bild über die Belegung des Friedhofs machen. So gibt es im östlichen Teil, der seit 1990 angelegt ist, nur noch acht freie Grabstellen für doppeltiefe Gräber, bei Urnengräbern gibt es noch vier Grabstellen. Der ATU schlug deshalb vor, im östlichen Teil des Friedhofs bei den doppelbreiten Gräbern von der Westseite her mit der Belegung von doppeltiefen Gräbern zu beginnen. Die bereits aufgelösten Urnengräber unterhalb des Haupteingangs sollen wiederbelegt werden, um dem Bedarf gerecht werden zu können. Diesem Vorschlag schloss sich der Gemeinderat ebenfalls einstimmig an.