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Die Zukunft des Trafowerks bleibt ungewiss

Die Verhandlungen um die Zukunft des Kirchheimer Siemens-Transformatorenwerks wurden erneut vertagt. Die IG Metall spricht von "erheblichen Differenzen" und einer "extrem schwierigen Lage".

FRANK HOFFMANN

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KIRCHHEIM Die knapp 230 Mitarbeiter des Kirchheimer Trafowerks müssen weiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde in dieser Woche zwischen Siemens, IG Metall und Betriebsrat gab es keine Annäherung. Am kommenden Dienstag sollen die Gespräche in Kirchheim fortgesetzt werden.

"Wir haben den Eindruck, dass Siemens überhaupt kein Interesse an einer langfristigen Sicherung des Standorts hat", sieht IG Metall-Verhandlungsführer Frank Iwer die Gespräche in "einer extrem schwierigen Lage". Das Unternehmen beharre auf dauerhaften tariflichen Verschlechterungen und Verzicht bei bisherigen freiwilligen Leistungen, die den Beschäftigten unter dem Strich erhebliche finanzielle Einbußen bringen würden, wolle aber bislang keine längerfristige Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze zusagen. 4,5 Millionen Euro sollen die Kirchheimer jährlich einsparen, ansonsten will Siemens die Trafos künftig in Ungarn bauen.

Betriebsrat und Belegschaft seien durchaus bereit, ihren Anteil für den Erhalt des Kirchheimer Werks beizutragen. Ein Ergebnis, "bei dem die Belegschaft nur zur Kasse gebeten wird, ohne dass dadurch eine echte Zukunftsperspektive für den Standort und die Arbeitsplätze erreicht werden kann" werde die Arbeitnehmerseite aber nicht akzeptieren, so der Gewerkschafter.

In dieser Woche haben die Mitarbeiter des Trafowerks bereits zweimal aus Protest gegen die starre Haltung der Siemens-Geschäftsleitung die Arbeit niedergelegt. Weitere Protestaktionen will die IG Metall nicht ausschließen: "Die Leute sind stinksauer, wie der Siemens-Konzern mit ihnen umgeht."