Lokales

Dienste leisten und sich für die internationale Verständigung einsetzen"

Welches sind Ihre diesjährigen Spendenprojekte?Unser größtes Projekt, unser so genanntes Jubiläumsprojekt zu "100 Jahre Rotary", ist die Unterstützung der Schuldnerberatung in Kirchheim und Nürtingen mit insgesamt 20 000 Euro. Dabei haben wir ganz bewusst ein Projekt ausgesucht, welches in beiden Städten gleichermaßen beheimatet ist und von beiden Clubs zu gleichen Teilen unterstützt wird. Dieser Geldbetrag ist nicht zur Finanzierung der Beratungsstellen gedacht, sondern steht in einem "Topf" zur Regulierung der Klienten-Schulden zur Verfügung. Die Einrichtung eines solchen Fonds stellt für die Schuldnerberatungsstellen eine große Erleichterung dar, denn oft können schon kleine Einmalzahlungen Gläubiger zu einem Vergleich bewegen. Es handelt sich dabei um keine Institutionsförderung, das möchten wir ausdrücklich betonen, sondern gemäß den Leitprinzipien von Rotary, um eine praktische Hilfe am in existenzielle Not geratenen Nächsten. Wir unterstützen darüber hinaus das Projekt "Polio-Plus" und haben eine Art "Feuerwehrfonds" für eine Soforthilfe akut in Not geratener Menschen wie jüngst die Flutopfer in Südostasien. Hier spenden beide Clubs jeweils 6 000 Euro. Dabei ist uns wichtig, dass die Gelder möglichst von "Vertrauensleuten" vor Ort zielgerichtet und zweckgebunden, ohne Verwaltungsaufwand, verteilt werden.Der Club Kirchheim/Nürtingen stellt 5 000 Euro für seinen Förderpreis zur Verfügung. Das Ziel dieses Preises ist die Förderung von Jugendlichen, die bei der Berufsausbildung in ihrem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule außergewöhnliche fachliche Qualifikationen gezeigt haben. Unterstützt werden auch beispielhafte Projekte, die in Gruppen erarbeitet wurden. Durch den Ausbildungspreis soll insbesondere die Leistungsorientierung der Jugendlichen, aber auch deren Engagement für die Allgemeinheit, ihre bürgerschaftliche Verantwortung, gefördert werden. Das heißt, der Förderpreis honoriert Leistungen in Schule, Betrieb und Gesellschaft. Darüber hinaus unterstützen beide Clubs oft schon seit Jahren viele regionale, nationale als auch internationale Projekte.Wie hoch ist Ihr jährliches Spendenaufkommen?Das jährliche Spendenaufkommen beider Clubs beläuft sich auf ungefähr 50 000 Euro.Das wären seit Bestehen beider Rotary Clubs die ernorme Summe von . . .. . . insgesamt über einer Million Euro. Und das alles aus der eigenen Tasche.Bisher haben wir von Spenden und Scheckübergaben gehört. Legen Sie bei Hilfsprojekten auch selbst Hand an?Selbstverständlich! Einmal im Jahr verkaufen wir in Kirchheim wie Nürtingen Flammkuchen zu Gunsten des bürgerschaftlichen Engagements in beiden Städten, anlässlich des Sommerfests im Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen verkaufen wir den selbst gesponserten Kuchen zu Gunsten des Altenheims und sind außerdem bei der Nürtinger Musiknacht präsent. Ferner führen wir jeden Herbst eine Aktion "Landschaftsschutz" auf der Schwäbischen Alb zum Erhalt der Landschaft in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild unter Leitung der Naturschutzbehörde des Landkreises Esslingen durch. Der diesjährige Einsatz fand im Bereich des Schopflocher Torfmoors mit 25 Rotariern statt. Erwähnenswert ist unser jährliches Benefizessen. Dabei kochen Rotarier für Rotarier und Gäste für einen guten Zweck. Sind Ihre Familien in das Clubleben integriert?Einmal im Monat, anlässlich des Abendmeetings, treffen wir uns mit unseren Frauen, oft auch mit der rotarischen Jugend. Darüber hinaus finden sämtliche Aktivitäten über die regulären Treffen hi-naus immer mit der Familie statt. Das heißt, unsere Familien sind fest in das Clubleben integriert.Machen Sie auch gemeinsame Reisen?Ja, jedes Jahr veranstalten wir im Herbst eine Kurzreise dieses Jahr etwa ins Nördlinger Ries im Sommer eine 4- oder 5-tägige Reise, dieses Jahr nach Umbrien, der "zweite Club" ins Elsass. Ebenso fester Bestandteil des Jahresprogramms beider Clubs ist eine Skiausfahrt.Haben Sie zu ausländischen Rotary Clubs Kontakte?Seit nahezu 40 Jahren pflegt der Rotary Club Kirchheim-Nürtingen enge freundschaftliche Kontakte mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen zu vielerlei Veranstaltungen und fester Einbindung auch unserer Jugend zu einem Rotary Club im Elsass, sowie zu einem englischen Club bei London.Was ist für Sie persönlich das wichtigste an Rotary?Dr. Jochen Balbach: Freunde, echte Freundschaften, Vertrauen, gegenseitiges Verständnis, Beistand, keine Vorbehalte, Toleranz, Gespräche, Dazulernen, Geselligkeit, Dienst am Nächsten, insbesondere dort, wo offizielle Hilfe endet.Ulrich Schwab: Die rotarischen Ideale der Freundschaft, der Fairnis und der gegenseitigen Hilfe sind mir wichtig und entsprechen meiner eigenen Philosophie. Dies sowohl im lokalen Umfeld als auch über Religionen, Nationalitäten und Hautfarbe hinaus umsetzen zu können, passt zu meiner Weltanschauung. Wie lautet der Wahlspruch der Rotarier?"Service above self", das heißt: "Dienen geht über den eigenen Vorteil" und "Dem Menschen und der Zukunft verpflichtet".Erlauben Sie bitte eine Frage zum Schluss: Wie wird man eigentlich Rotarier?Die Mitgliedschaft in einem Rotary Club erfolgt nur auf Einladung, das heißt auf Vorschlag von Mitgliedern. Einem Rotary Club kann niemand von sich aus beitreten. Es gilt also das Prinzip der Auswahl. Gefragt sind begeisterte und begeisternde Persönlichkeiten, entscheidend ist die Qualität des Herzens, nicht die Höhe des Einkommens oder der Position, "erscheinungslose" VIPs bringen einem Club wenig ein. Eine Fundamentalregel von Rotary ist und darauf möchten wir in diesem Zusammenhang hinweisen dass in einem Club jede Berufsklasse grundsätzlich nur durch ein Mitglied vertreten sein kann. Dieses Klassifikationsprinzip hat den Zweck, Menschen möglichst vieler Berufszweige zusammenzuführen. Falls Sie mehr über Rotary erfahren möchten, besuchen Sie unsere Website: www.Rotary.org.24.
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