Lokales

Diskussion um soziale Sicherheit

Zur Jahreshauptversammlung der Frauenunion (FU) mit Vorstandswahlen hatte die Kreisvorsitzende, Ingeburg Genswürger, nach Bernhausen eingeladen. Diskutiert wurde dabei das Thema Arbeitsmarktreform.

KREIS ESSLINGEN An der überraschend großen Zahl von Mitgliedern und Gästen ließ sich auch bei den Frauen in der CDU die allgemeine Aufbruchstimmung erkennen. In kurzen Grußworten von Bürgermeister Koch, der Vizepräsidentin des Landtags Christa Vossschulte, dem Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes Stoll und dem Vorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU (KPV), wurde vor allem das bürgerschaftliche Engagement der FU hervorgehoben.

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Als Diskussionsthema hatte sich der FU-Kreisvorstand die Gesetze zur Arbeitsmarktsreform "Hartz I bis IV" vorgenommen und als Referenten dazu den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich eingeladen. Dieser betrachtete die Reformversuche der Bundesregierung kritisch aus der Sicht der Frauen. Die Umgestaltung der Arbeitsämter in Job-Center sowie die neuen Beschäftigungsregelarten Mini-Job und Midi-Job oder die Einführung der Ich-AGs hätten, so Hennrich, nicht die erhoffte Zunahme an Arbeitsplätzen erwirkt. Im Gegenteil: Von den 240 000 Gründungen der Ich-AGs seien sehr viele wieder eingestellt worden. Durch die entstandenen 6,5 bis 7 Millionen Mini-Jobs in der Regel von Frauen ausgeübt bestehe die Gefahr, dass reguläre Arbeitsplätze verdrängt und dabei keine Renten angespart würden.

Die Umsetzung der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe stoße bei Gewerkschaften und Sozialverbänden auf großen Unmut und der Deutsche Kinderschutzbund habe errechnet, dass als Folge des Hartz-Konzeptes rund 500 000 Kinder zusätzlich in die Sozialhilfe gedrängt würden. Angesichts der zahlreichen Wortmeldungen seitens der Zuhörer und der fortgeschrittenen Zeit wurden Diskussion und Fragen auf die Zählpausen zwischen den Wahlgängen verlegt. Dabei stand die soziale Sicherheit im Vordergrund. Es stellten sich etwa die Fragen, ob bei Arbeitslosigkeit das Eigenheim geschützt ist und was mit Lebensversicherungen passiert. Auch die finanzielle Versorgung der im Frauenhaus untergeschlüpften Frauen und Kinder gab Anlass zur Diskussion.

Die zur Versammlungsleiterin gewählte Ehrenvorsitzende, Hannelore Löhr, sprach Ingeburg Genswürger ein Lob für die perfekte Organisation aller Aktivitäten und ihr soziales Engagement aus. Die sich anschließenden Wahlen brachten folgendes Ergebnis hervor: Kreisvorsitzende der FU bleibt Ingeburg Genswürger. Irmgard Denzinger und Ingrid Hofmann stehen weiterhin als Stellvertreterinnen zur Verfügung, Adelheid Reichart führt auch in Zukunft die Kasse, Helena Kapp verfasst das Protokoll und Ingeborg Müller ist als Pressereferentin tätig. Veränderungen gab es nur im Gremium der Beisitzerinnen, in das Allgaier, Hoppe, Horak, König, Lohmann, Pieper und Döpper wiedergewählt wurden. Neu sind die folgenden Namen: Graser, Haeussermann und Matuschek. Zur Kassenprüferin wurden K. Alber und R. Schäfauer gewählt.

Als erste Aktion des Vorstands kündigt die Vorsitzende die aktive Unterstützung der beiden Bundestagsabgeordneten Hennrich im Wahlkreis Nürtingen und Grübel im Wahlkreis Esslingen im kommenden Wahlkampf an.

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