Lokales

Doppelte Chance

Spielpunkte in der Innenstadt. "Na und?", mag man sich fragen. Doch die neue Konzeption für die Kirchheimer City ist kein Firlefanz, sie birgt echte Chancen. Wer kleine

IRENE STRIFLER

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Kinder hat, weiß, welch Wunder ein Kaleidoskop am Wegesrand oder ein Sitzkarussell bewirken kann. Viel leichter fällt der Entschluss, eben noch ins nächste Geschäft zu gehen, wenn der Nachwuchs quietschvergnügt herumtollt; viel besser schmeckt die Latte macchiato im Kaffee ohne ständiges "Wann geh'n wir endlich heim?"; viel lockerer sitzt demzufolge auch der Geldbeutel. Wer das nicht glaubt, kann einen Blick über die Kreisgrenzen hinaus werfen: In Göppingen sind die zahlreichen beiläufigen Spielgeräte in der neuen Fußgängerzone ganztags belagert von Kindern shoppender Eltern.

Dennoch sind es noch nicht viele Städte, die über eine kinderfreundliche Innenstadt an ihrem Image feilen. Kirchheim will mit diesen Pfunden wuchern und setzt dabei auf die im Ratsrund schon oft propagierte Idee vom "Business Improvement District". Dieses noch neue Stadtmarketing-Instrument findet bundesweit immer mehr Anhänger. Wo ließe es sich besser in der Praxis anwenden als in einem Projekt, in dem sich Engagement in klingende Münze umsetzt?

So gesehen birgt die Spielpunktkonzeption gleich doppelte Chance: Einmal wird die Innenstadt belebt und beworben, zum anderen greift ein neues Identifikationsmodell mit der Stadt.