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Dr. Uschi Eid: "Kurz und knackig soll er werden"

Grüner hätte er gar nicht sein können der offizielle Auftakt zum Bundestagswahlkampf von Bündnis 90/Die Grünen am gestrigen Morgen. In das Umweltzentrum Neckar-Fils in Plochingen, das zur Landesgartenschau 1998 errichtet wurde, war zur Pressekonferenz geladen.

RUDOLF STÄBLER

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PLOCHINGEN "Kurz und knackig" soll er werden, der Wahlkampf der Grünen, dies ist auf jeden Fall der Wunsch von Dr. Uschi Eid. Und in dieser kurzen Zeit gelte es, bei den geplanten Veranstaltungen Überzeugungsarbeit bei den Wählern zu leisten. Dieses Ziel verfolgt auch die zweite Kandidatin der Grünen in der Region, Dr. Antje Vogel-Sperl. Beide haben sich zum Ziel gesetzt, "Schwarz-Gelb" zu verhindern, "auch wenn dies wohl illusorisch ist". Und auch "Schwarz-Rot" darf nach der Meinung von Dr. Eid nicht ans Ruder gelangen.

Tatkräftige Hilfe erhalten die beiden Damen von einem gestandenen Politiker im Landtag.

O:508F515.EP_ Der Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann ist zu einer dreiwöchigen Wandertour durch Baden-Württemberg aufgebrochen, um seinen beiden Bundestagsaspirantinnen kräftig unter die Arme zu greifen. Kretschmann hatte diese Tour einst für den Landtagswahlkampf geplant, aber dieser, so betonte er, schließe sich ja fast nahtlos an den Bundestagswahlkampf an. Die Tour steht im Zeichen des Naturschutzes, da noch in diesem Herbst die Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes anstehe. Deshalb will er sich zusammen mit seinen beiden Parteikolleginnen vor Ort in Gesprächen mit den Bürgern, Fachleuten, Förstern, Fischern, Naturschützern und Biologen ein Bild machen, wie es um Natur und Kulturlandschaft bestellt ist.

Uschi Eid, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg, hält den "verspäteten" Start in den Wahlkampf für richtig. "Ich wollte erst das Urteil von Karlsruhe abwarten." Ökologische Verantwortung und globale Gerechtigkeit stellt die in Neuffen wohnende Politikerin in den Vordergrund. Allerdings habe sie auch als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gelernt, durch die Außenpolitik über den Tellerrand zu schauen. Wichtig sei es vor allem, die friedenspolitische Richtung beizubehalten und auch die Armut zu bekämpfen. Kompetent seien die Grünen auch für Arbeit und qualitatives Wachstum, das Ökonomie und Ökologie produktiv verbinde. Gut ausgebildete Menschen, inovative Produkte und Dienstleistungen sowie hochwertige und ressourcenschonende Technologien könnten den Erfolg im globalen Wettbewerb langfristig sichern. Deshalb sei es Ziel der Grünen, in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu investieren und bürokratische Hürden abzubauen, damit junge Menschen, Unternehmer und Selbstständige ihr Potenzial entfalten können.

Umweltpolitik ist kein Luxus machte Eid klar, "das hat das jüngste Hochwasser deutlich gezeigt." "Wem die Zukunft unserer Kinder und dieses Landes am Herzen liegt, der weiß, dass wir uns keinen politischen Stillstand leisten können, sondern starke Grüne brauchen."

Die Diplomchemikerin Dr. Antje Vogel-Sperl erinnerte daran, dass "Rot-Grün" wichtige Reformen auf den Weg gebracht habe und die begonnenen Maßnahmen immer mehr greifen würden. Der Wirtschaftsstandort Deutschland solle nicht schlecht geredet werden, wobei die Strategie bleiben müsse, "weg vom Öl". Ihrer Meinung nach hänge die Wirtschaft nämlich bereits am "Tropf der Erdölindustrie." Ein enormes Potenzial sieht die Politikerin dabei vor allem in der Nutzung der Bio-Masse.

Landtags-Fraktionsvorsitzender Winfried Kretschmann rief nochmals die Wandertour in Erinnerung und sieht darin das Dreieck, Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus. Im Tourismus seien im Lande bereits mehr Menschen beschäftigt als beim Fahrzeugbau.