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Dr. Uschi Eid: "Werde mit Leidenschaft weitermachen"

Kreisgeschäftsführer Andreas Fischer brachte es auf den Punkt: "In diesen Tagen muss alles schnell gehen." So trafen sich Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Wendlingen zur Nominierungsversammlung für die Bundestagswahl am 18. September. Nominiert wurden Dr. Uschi Eid für den Wahlkreis Nürtingen und Dr. Antje Vogel-Sperl für den Wahlkreis Esslingen.

RUDOLF STÄBLER

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WENDLINGEN Der Grüne Kreisverband zeigt Flagge, betonte Kreisgeschäftsführer Andreas Fischer zu Beginn der Nominierungsversammlung im "Lamm" in Wendlingen. Schon wenige Stunden nach der Ankündigung von "Münte" und Schröder hat sich der Kreisvorstand zusammen mit dem Kreisverband Stuttgart im Landesvorstand für einen eigenständigen Grünen Wahlkampf stark gemacht. "Wir haben gehandelt statt auf die weiteren sozialdemokratischen Auslassungen in den Tagen darauf zu warten." Fischer weiter: "Grüne sind wichtig, ob in der Regierung oder der Opposition."

Nach der Ernennung des Großbettlingers Ron Metten zum Wahlleiter, hatten die Kandidatinnen Uschi Eid und Antje Vogel Sperl die Gelegenheit, sich den Parteifreunden zu präsentieren. Mit Leidenschaft weitermachen will die für den Wahlkreis Nürtingen kandidierende Uschi Eid. Zu Beginn ihrer Ausführungen erinnerte sie an die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und bekannte: "da ist einiges auf uns hereingebrochen und wir waren über die Reaktion der SPD nicht informiert." Dabei bezeichnete sie die Grünen als den Stabilitätsfaktor in der Berliner Koalition. "Es bröckelt nicht bei uns, es bröckelt in der SPD."

Uschi Eid machte den Versammelten klar, dass es in einem solch kurzen Wahlkampf wie diesem mehr denn je darauf ankomme, dass die grüne Partei und ihre Kandidatinnen und Kandidaten mit persönlicher Erfahrung und politischer Kompetenz überzeugen können. Es gelte, dem Wähler zu verdeutlichen, dass "unsere Partei" für den Erhalt der Natur, für ökonomische Modernisierung, Prosperität und internationale Gerechtigkeit steht und diese Themen zukunftsweisend miteinander zu verbinden weiß. Ihrer Meinung nach können nur die Grünen Alternativen bieten, die die Herausforderung der Globalisierung in diesen Politikfeldern nicht gegeneinander ausspielen, sondern unter einem Leitmotiv vereinen: dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung. "Ich persönlich will all meine Kräfte für eine friedliche, freiheitlich und demokratische Welt einsetzen, wobei es keine so großen Unterschiede zwischen Armen und Reichen mehr geben soll." Uschi Eid erinnerte an ihre Tätigkeit im Bundesentwicklungsministerium, wo sie dazu beitragen konnte, dass grüne Themen wie Klimaschutz und erneuerbare Energien, Biodiversität und Tropenwaldschutz, Krisenprävention und Menschenrechte sowie ein partnerschaftlicher Dialog mit den Ländern des Südens auf gleicher Augenhöhe einen neuen Stellenwert erhalten hat. Im Zuge der so genannten "Millenniums-Erklärung" der Vereinten Nationen hat sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, unter anderem die Zahl der Armen und der Menschen ohne Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung bis 2015 weltweit zu halbieren. Hierzu leistet Uschi Eid auch als Mitglied im "UN Water Board", einem Gremium das VN-Generalsekretär Kofi Annan persönlich berät, ihren Beitrag. Zudem ist die Bundestagsabgeordnete persönliche G8-Afrika-Beauftragte des Bundeskanzlers.

Bei der kommenden Bundestagswahl, da ist sich Uschi Eid sicher, werden "unsere" politischen Konkurrenten versuchen, damit Stimmung und Stimmen zu machen, dass es um eine fundamentale Richtungsentscheidung gehe: Um eine Entscheidung zwischen Wirtschaftskraft oder Umweltschutz, zwischen Arbeitsplätzen oder sozialer Sicherheit, zwischen nationalen Interessen oder internationaler Gerechtigkeit. Tatsächlich gehe es aber um die Richtungsentscheidung, ob man diese Themen als Gegensätze begreifen will, oder ob ihre Balance und Vereinigung weiter Kern einer modernen, zukunftsfähigen Politik sein soll, für die die Grünen stehen: einer Politik, die die Herausforderungen nicht rückwärtsgewandt abwehrt, sondern als Chance begreift und diese durch innovative und nachhaltige Konzepte ergreift. Eid abschließend: "Dies wird nur mit starken Grünen möglich sein, für die ich deshalb gemeinsam mit Euch auch in der nächsten Wahlperiode hier im Wahlkreis wie im Bund mit all meiner Kraft und Erfahrung kämpfen möchte."

Für Dr. Antje Vogel-Sperl, Kandidatin im Wahlkreis Esslingen, steht im kommenden Wahlkampf außer Frage, dass die Wählerinnen und Wähler Antworten auf die "harten" politischen Fragen wie Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum und soziale Sicherungssysteme haben wollen. Nur die Grünen hätten die Kompetenz, Innovation und Ökologie zusammenzuführen. "Wir wollen und können wie in der Energiepolitik auch, in der Chemiepolitik eine Wende zu einer nachhaltigen Politik nach dem Leitbild ,Weg vom Öl' einleiten." Nach ihren eigenen Worten hat sie noch viel vor und bat um die Unterstützung ihres Kreisverbandes.

Bei der anschließenden Nominierung durch die Kreisverbandsmitglieder kamen dann beide Kandidatinnen nicht ganz "ungeschoren" davon. Dr. Uschi Eid freute sich aber trotz zweier Gegenstimmen über ihre Nominierung, Dr. Antje Vogel-Sperl bekam eine Gegenstimme.