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Drama "Schweinemarkt" Zum Artikel " Ein ...

Drama "Schweinemarkt"

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Zum Artikel " Ein roter Teppich für jeden, der etwas bewegen will", im Teckboten vom 1. September:Das neue Mitglied des Gemeinderates auf der CDU-Bank (nach eigener Aussage aber ohne Parteibuch), Oliver Riethmüller, beantwortet die Frage, welche Entscheidung der vergangenen zwei Jahre ihm ganz persönlich am meisten Kopfzerbrechen bereitet oder der er die größte Bedeutung beimisst, bezeichnenderweise wie folgt: "Eine Entscheidung aus jüngster Zeit bedaure ich außerordentlich: Beim Neubau der Freihof-Realschule wird nicht der Weg einer privaten-öffentlichen Partnerschaft (PPP) beschritten."

Die Enttäuschung ist verständlich, denn es ist anzunehmen, dass Herr Riethmüller ahnt, woher die ablehnende Einstellung der Gemeinderatsmitglieder zum Thema private Investoren wohl rührt, wodurch sie maßgeblich geprägt wurde und welche Folgen sie für ihn ganz persönlich haben kann.

Als privater Investor des Projektes "Schweinemarkt" hat er zweifellos die einmalige Gelegenheit verpatzt, am praktischen Beispiel zu zeigen, wie erfolgreich PPP-Projekte abgewickelt werden könnten. Das nimmer enden wollende Drama "Schweinemarkt" hat nun gewiss Auswirkungen auf die diesbezüglichen Entscheidungen des Gemeinderates. Bürger, Gewerbetreibende, Verwaltung, Gemeinderat, und nicht zuletzt er selbst als potenzieller Bewerber für PPP müssen nun mit den Konsequenzen zurechtkommen. Dieter Schieferle Kirchheim, Silcherstraße

Mir ist der Appetitauf Fleisch vergangen

Zu den Fleischskandalen der vergangenen Monate: Wie kann der Verbraucher geschützt werden? Schaffen strengere Gesetze und ein effizienteres Kontrollsystem Abhilfe? Wohl kaum, denn das monströse System der Fleischproduktion ist so unüberschaubar, dass wirksame, flächendeckende Kontrollen gar nicht möglich sind. Die Lösung ist dennoch ganz einfach: Streichen Sie die tägliche Ration Fleisch und Wurst von ihrem Speiseplan. Sie schlagen damit drei Fliegen mit einer Klappe.

Erstens: Sie tun sich selbst und Ihrer Gesundheit Gutes, wie zahlreiche Ernährungsstudien an Vegetariern beweisen.

Zweitens: Sie entlasten die Umwelt. Riesige Mengen an Gülle verschmutzen Böden, Flüsse und Grundwasser mit Stickstoff und Phosphor. Methangas, das von Mastrindern ausgeschieden wird, ist ein Treibhausgas erstens Ranges. Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, werden 15 bis 20 Liter Wasser und drei bis sieben Kilogramm Mais und Soja benötigt, Lebensmittel, die an anderer Stelle dringender benötigt würden.

Drittens: Sie verringern das Blutvergießen ungeheuerlichen Ausmaßes, das tagtäglich im Verborgenen in den Schlachthäusern stattfindet. Weltweit hat sich der Fleischverzehr pro Kopf seit 1970 verdoppelt. Das Tierleid, das der wachsende Hunger nach Fleisch ausgelöst hat, ist unermesslich: Allein im Jahr 2005 starben nach Meldungen des Statistischen Landesamtes in deutschen Schlachthöfen 47,8 Millionen Schweine und 3,7 Millionen Rinder (davon etwa 350 000 Kälbchen). Die Zahl der jährlich in Deutschland getöteten Hühner, Enten und Puten geht in die Hunderte von Millionen. Haltungsbedingungen, Transporte und Schlachtung am Fließband spotten jeglicher Humanität.

Solange nicht jeder einzelne Verbraucher dazu bereit ist, seinen Fleischkonsum erheblich einzuschränken, wird die Barbarei gegenüber unschuldigen, fühlenden Lebewesen kein Ende nehmen. Mir ist jedenfalls der Appetit auf Fleisch schon lange vergangen. Marie-Luise Strewe Lenningen, Wielandsteinweg

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