Lokales

"Dreckskerle" als Mahnung der Wegwerfgesellschaft

Aus dem gesammelten Müll des Kirchheimer "Markungsputzes" entstanden "Dreckskerle". Sie sollen als mahnende Müllskulpturen vor der Kirchheimer Bücherei aufgestellt werden.

DOMINIQUE KELLER

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KIRCHHEIM Bei der Gemeinschaftsaktion "Markungsputz" in Kirchheim fand im Anschluss an das Sammeln des Mülls eine Auswahl der Objekte und eine Ideensammlung statt. Drei Studentinnen der Fachhochschule für Kunsttherapie Nürtingen (FHKT), Dorothee Himpele, Nadja Bolvansky und Barbara Feucht, boten im Rahmen der Putzaktion ein künstlerisches Projekt an. Aus dem gesammelten Müll der ganzen Stadt gestalteten sie mit der Hilfe von Ernst Pangerl, Hobbykünstler und Schweißfachmann, und einigen Kindern der Klasse 6 c der Kirchheimer Freihof-Realschule "Dreckskerle".

Material hatten sie genug, denn bei der Aufräumaktion kam einiges zusammen. Sie fanden diverse Kühlschränke, Computer, Waschmaschinen und Fahrräder. Der Müll war an den unmöglichsten Orten so versteckte sich zum Beispiel ein Fahrradreifen in einem Baum. Um den Müll zusammenzukriegen, war also ganzer Einsatz gefragt. Doch die Kinder waren begeistert dabei, auch sie waren von den großen Müllbergen geschockt. Sogar fertig abgepackte Kisten fand das Putzkommando. "Das ist reine Bequemlichkeit der Leute", berichtete Ernst Pangerl vom Bauhof in Bissingen. Denn ein sachgerechtes Entsorgen kostet bei den meisten der gefundenen Sachen nichts.

Die drei Studentinnen nahmen die Pflicht an Praxisstunden ihres Studiums zum Anlass, sich dieses Projekt vorzunehmen. Und mit Erfolg, schon jetzt gibt es an der Grund- und Hauptschule in Bissingen die ersten Nachahmer.

Vom heutigen Mittwoch an stehen die "Dreckskerle" zum Begutachten vor der Kirchheimer Stadtbücherei. Es ist auch möglich, die Figuren zu kaufen.

Der "Markungsputz" diente nicht nur zur Befreiung der Stadt von dem Müll, sondern auch zur Sensibilisierung vor allem der Kinder zum Thema Müll. Sie konnten miterleben, was alles weggeworfen wird und wie viel Müll dadurch entsteht. Außerdem konnten sie im anschließenden Projekt ihre Kreativität unter Beweis stellen, und es kamen tolle Figuren zu Stande.

Trotz des großartigen, künstlerischen Projektes wünschen sich alle Beteiligten, dass die Müllberge in Zukunft kleiner ausfallen.