Lokales

Drehscheibe für den Publikumsverkehr

Den Wohnsitz ummelden, einen Pass verlängern lassen, oder Eintrittskarten für eine städtische Veranstaltung besorgen mit Eröffnung des neuen Weilheimer Rathauses können solche oft zeitraubende Erledigungen im Bürgerbüro in einem Aufwasch abgewickelt werden.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Das von der Verwaltung in jüngster Sitzung vorgelegte Konzept für die zentrale Servicestelle stieß im Ratsrund auf ungeteilte Zustimmung. Geplant ist, das Bürgerbüro im Erdgeschoss unterhalb des neuen Sitzungssaals einzurichten. Wie das gesamte Rathaus wird auch die Hauptanlaufstelle für die Bürger behindertengerecht gestaltet werden. Kundenfreundlich und serviceorientiert soll die neue Drehscheibe in dem voraussichtlich im November 2006 fertiggestellten Rathaus sein. Dazu gehören erweiterte Öffnungszeiten. Statt derzeit 20 Stunden in den publikumsintensiven Dienststellen, sollen die Türen für die Bürger künftig 41 Stunden pro Woche offenstehen.

Wie Hauptamtsleiter Holger Nußbaumer erläuterte, gehören zu den wesentlichen Änderungen die durchgehende Öffnungszeit in der Mittagspause, regelmäßige Sprechzeiten auch an den Nachmittagen sowie dienstags und donnerstags längere Sprechzeiten. "In aller Regel sollen alle Anfragen, mit denen ein Bürger kommt, von einem Mitarbeiter abgewickelt werden können", erklärte Nußbaumer. Beabsichtigt ist, bereits im Vorfeld Mitarbeiter zu schulen, die sich als Team begreifen, im Arbeitseinsatz flexibel sind und sich gegenseitig vertreten.

Vor allem Aufgaben des Einwohnermeldeamtes und aus dem Sozialwesen sollen in dem neuen Bürgerbüro bewerkstelligt werden. Doch geht es nicht nur darum, Formulare über die Theke zu reichen. Abgewickelt werden in dem Bürgerbüro unter anderem auch Aufgaben der Seniorenarbeit. Die "Visitenkarte der Stadt" ist konzipiert als Kontaktbörse für freiwillige soziale Dienste und fungiert als Zahlstelle. Auch Gewerbean-, -ab- und -ummeldungen einfacher Art sollen erledigt werden können. Angesiedelt wird dort aber, ähnlich einem "Infopunkt" ebenso die Beratung von Besuchern und Gästen. Vorgesehen sind kurze Wege und identische Öffnungszeiten von Bürgerbüro und benachbartem Standesamt.

Wird der künftig dem Bürgerbüro zugeordnete Aufgabenkatalog bisher von insgesamt acht Mitarbeiterinnen, die 5,45 Stellen besetzen, erledigt, so sind künftig 5,7 bis 6 Stellen vorgesehen. "Im zeitigen Frühjahr 2006 sollten wir damit beginnen, das neue Bürgerbüroteam zu bilden", sagte Bürgermeister Hermann Bauer. In diesem Zusammenhang regte Gemeinderärin Gerda Schrägle an, während der Schulungsphase einen Psychologen einzuspannen: "Positiv kommt das Team nur rüber, wenn es tatsächlich auch als Team arbeitet". Die Bestellung einer Lenkungskraft für das Bürgerbüro ist bereits für diesen Herbst vorgesehen. Zum einen soll ihr dadurch eine Hospitation in einer anderen Gemeinde ermöglicht werden und zum anderen kann sie so Aufbau sowie Einrichtung und Ausstattung mitbestimmen.

Zusätzliche Kosten soll die Einrichtung der Servicestelle nicht verursachen; laut Bürgermeister Bauer sind sie vielmehr bereits in der Kalkulation für den Rathausneubau berücksichtigt und entsprechen im Wesentlichen dem bisherigen Aufwand für die Erledigung der dem künftigen Bürgerbüro zugeordneten Aufgaben.

Der Gemeinderat stimmte dem von der Verwaltung vorgelegten Entwurf zu. Genaue Organisation, Betrieb und Personalauswahl wird der Verwaltungschef festlegen.