Lokales

Drehwirbel und Wippe statt morscher Palisaden

Wippen, balancieren, klettern, rutschen im Weilheimer Städtle sollen Kinder animiert werden, sich zu bewegen. Gemäß einem Beschluss des Verwaltungs- und Bauausschusses möbelt die Stadt den in die Jahre gekommenen Spielplatz in den Hofgärten auf.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM 25 Jahre haben die ausgeblichenen und teilweise demolierten Spielgeräte bereits auf dem Buckel, die wie hingewürfelt auf dem parkähnlichen Gelände verstreut stehen. Weil das Idyll hinter der Peterskirche vor allem in den Abendstunden regelmäßig auch Jugendliche anlockt, sah sich die Stadt gezwungen, in den vergangenen Jahren malträtierte Aufbauten nach und nach aus dem Verkehr zu ziehen. Auch Nässe setzte den Spielgeräten aus Holz im Laufe der Jahre stark zu: Die Palisaden rund um die Rutsche sind ramponiert, die Teller der fünf Hüpfplatten aufgequollen.

In jüngster Sitzung des Verwaltungs- und Bauausschusses stellte die Landschaftsarchitektin Marion Thiede aus Nabern nun ihr Konzept vor. Sie hatte den Auftrag bekommen, auf der Grundlage der bestehenden Strukturen einen Entwurfsplan für das mit altem Baumbestand untergliederte Gelände auszuarbeiten. "Wir haben versucht, möglichst viele vorhandene Elemente einzubeziehen", erklärte Marion Thiede. So könne man die Federn der Hüpfplatten drin lassen und die Rutsche erhalten. Auch der Sandkasten bleibt am bisherigen Standort, soll jedoch vergrößert werden. "Die Federspielgeräte gehören aber raus", so die Landschaftsarchitektin. Stattdessen ist geplant, mit Drehtischchen und anderen farbigen Geräten Anreize zum Sandeln zu schaffen. Die morschen Palisaden am Rutschhügel werden durch Natursteinblöcke ersetzt. Seine Kletterkünste kann der Nachwuchs künftig an einer Seilkonstruktion unter Beweis stellen. Zwischen Sand- und Kletterbereich sollen ein Drehwirbel, eine Vogelscharwippe, ein Balancierbalken und Drehpunkte für Spaß sorgen. Der Weg vom Städtle zum Spielbereich führt nach der Sanierung nicht mehr nur über die Holzbrücke: Sprösslinge, die nasse Füße nicht scheuen, können den seichten Kohlesbach dann auch via Balancierseil queren.

Auch wenn dies von den beiden Gemeinderätinnen Gerda Schrägle und Petra Leusing moniert wurde: An einen Ersatz für die defekte Schaukel ist derzeit nicht gedacht. Vorstellbar wäre für Marion Thiede, später im Bereich des ohnehin nicht genutzten angrenzenden Gärtchens eine Fünfeck-Schaukel zu installieren. "Mit 7000 Euro derzeit zu teuer", befand Bürgermeister Hermann Bauer. Das war letztlich auch die Meinung des gesamten Ausschusses. Das Gremium stimmte der Erneuerung des Spielplatzes auf der Grundlage von Marion Thiedes Entwurfsplan zu. Der Kostenschätzung zufolge beläuft sich der Gesamtaufwand auf 36 500 Euro. Im Haushaltsplan 2005 sind 35 000 Euro für die Sanierung eingestellt. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung damit, die Arbeiten nach einer beschränkten Ausschreibung zu vergeben, damit der Spielplatz noch in diesem Sommer auf Vordermann gebracht werden kann.