Lokales

"Dringend erforderlich"

Mehr als drei Viertel der Owener Gemarkungsfläche soll im neuen Vogelschutzgebiet liegen. Für drei Gebiete hatte die Stadt Befreiungsanträge gestellt. Das einzige Zugeständnis war bisher eine Fläche im Gewerbegebiet "Obere Braike". Unverdrossen wollen Rat und Verwaltung weiterhin die Befreiung für insgesamt 1,7 Hektar Wohnbaufläche "Am Altenberg" und "Hinter der Steige" beantragen.

ANDREAS VOLZOWEN Owens Bürgermeister Siegfried Roser hielt in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: "Wir sollten auf keinen Fall klein beigeben und erneut Befreiungsanträge stellen, weil es dringend erforderlich ist für Owen." In den beiden Antragstexten, die an das Regierungspräsidium geschickt werden sollen, verweist die Stadtverwaltung darauf, dass es "Am Altenberg" nur um eine Fläche von 0,5 Hektar gehe, was einem Anteil von lediglich 0,065 Prozent an der gesamten Vogelschutzgebietsfläche entspreche. Außerdem müsse keine neue Straße zur Erschließung gebaut werden. Vielmehr gehe es darum, die vorhandene Straße beidseitig auszubauen wie es von Anfang an vorgesehen war.

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Ganz ähnlich sieht es im Bereich "Hinter der Steige" aus, für den Siegfried Roser noch einmal "in vollem Umfang" eine Befreiung beantragen möchte, "um eine sinnvolle Abrundung des bebauten Ortes zu bekommen auf Dauer". Der volle Umfang umfasst in diesem Fall eine Fläche von 1,2 Hektar oder 0,157 Prozent des geplanten Vogelschutzgebiets. Ersatzweise verlangt der Bürgermeister an dieser Stelle "zumindest eine Kleinstfläche von 0,2 Hektar", was nur noch 0,026 Prozent des Vogelschutzgebiets beträfe.

"Wir wehren uns nicht gegen Vogelschutzgebiete", betonte Owens Bürgermeister ausdrücklich, "wir stellen sogar 760 Hektar dafür zur Verfügung, und das bei einer Gesamtfläche von 970 Hektar." Das alte Vogelschutzgebiet, dem die Stadt Owen einst anstandslos zugestimmt habe, erstrecke sich lediglich über 98 Hektar. Auch dass durch das neue Gebiet 78,45 Prozent der Owener Markung dem Vogelschutz vorbehalten sind, nehme die Kommune hin. Es gehe lediglich darum, noch 1,7 oder zumindest 0,7 aus den 761 Hektar herauszunehmen.

Dadurch breche sicherlich kein Gesamtkonzept für den Vogelschutz zusammen, meinte Bürgermeister Roser im Ratsrund und erinnerte daran, dass es in den betroffenen Kommunen nicht nachvollziehbar sei und als willkürlich erscheinen müsse, wenn Vogelschutzgebiete an der Markungsgrenze aufhören würden nur weil auf der anderen Seite keine Erhebungen mehr vorgenommen wurden.

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die Befreiung für die beiden genannten Gebiete noch einmal zu beantragen.