Lokales

Dringender Sanierungsbedarf

Hiobsbotschaften in Form von dringendem Sanierungsbedarf an denkmalgeschützten Gebäuden erhielt die Evangelische Kirchengemeinde gleich mehrfach. Musste erst die Beleuchtung der Martinskirche aus brand- und sicherheitstechnischen Gründen erneuert werden, so steht nun auch noch das Sichern der Bedachungen der Strebepfeiler und das Abdichten des Turmumgangs an.

KIRCHHEIM Ab Mitte Mai muss von der Evangelischen Kirchengemeinde noch ein viel größeres Projekt angepackt werden. Da das Fachwerk des Dekanatsamtes stellenweise durchfeuchtet und teilweise auch morsch ist, stehen auch hier dringende umfassende Sanierungsmaßnahmen an, deren Gesamtkosten auf rund 577 000 Euro veranschlagt werden. Die voraussichtlichen Gesamtkosten der anstehenden Sanierung an der Martinskirche werden von dem beauftragten Architekturbüro mit 54 000 Euro angegeben.

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Die Sanierungsmaßnahmen umfassen dabei die Abdichtung des Umgangs an der Türmerstube, da dort Niederschlagswasser in das Turminnere eindringt. Die Turmsubstanz und vor allem der darunterliegende Glockenstuhl aus Holz sollen so geschützt werden.

Der vorhandene Zementestrich wird dazu vollständig abgeräumt und nach seiner Erneuerung mit einer rutschfesten Endbeschichtung auf Epoxidharzbasis versehen. Der Turmumgang kann so auch künftig als interessante Aussichtsplattform und als Höhepunkt mancher Stadtführung dienen. Am Hauptdach müssen zudem verschiedene Verwahrungen ergänzt oder erneuert werden.

Eine weitergehende Untersuchung der Strebepfeiler erbrachte als Ergebnis, dass verschiedene Sandsteinabdeckungen der Strebepfeiler mürbe und brüchig sind. Umwelteinflüsse haben hier ein erhebliches Schadensbild verursacht. Steinfugen sind offen und Abdeckplatten liegen teilweise hohl. Den umgehend erfolgten Sicherungsmaßnahmen mit einem Hubsteiger folgt nun die fachgerechte Sanierung durch eine Steinmetzfirma. Zur Finanzierung erhält die Gesamtkirchengemeinde Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk in Höhe von 20 500 Euro. Der verbleibende Anteil von 33 500 Euro muss aus Eigenmittel aufgebracht werden.

Um nicht andauernd von der Substanz in Form von schwindenden Rücklagen zu leben, bittet die Gesamtkirchengemeinde auch für dieses Projekt um Spenden. Die Martinskirche ist ein in der christlichen und städtischen Tradition herausragendes Gebäude und das markante Wahrzeichen der Stadt Kirchheim. Ziel ist es, die dringend anstehenden Arbeiten bis spätestens Ende Mai abzuschließen, um den Martinskirchplatz dann wieder vollständig als Ausweichparkplatz während der Tiefgaragenbauzeit nutzen zu können.

Der Martinskirchplatz mit seinem einmaligen Ensemble soll zum Stadtfest und in den Ferien auch wieder für ein Open-Air-Kino zur Verfügung stehen.

bke