Lokales

Drittel der Welt "gehört" Leibrecht

Auf Einladung des FDP-Ortsverbands Kirchheim und des Landtagskandidaten Frank Schweizer war Harald Leibrecht, Abgeordneter aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber, unter die Teck gekommen.

DETTINGEN Als Geschäftsführer der Schiller International Universität hatte Harald Leibrecht bereits vor seinem Einzug in den Deutschen Bundestag im Jahr 2002 internationale Kontakte und Interesse an auswärtiger Politik. Seine Entsendung in den Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages war demnach eine Herzensangelegenheit für den 44-jährigen aus Ingersheim (Landkreis Ludwigsburg). Im Auswärtigen Ausschuss, der Angelegenheiten aus der ganzen Welt behandelt, sind drei Abgeordnete der FDP vertreten. "Also gehört mir ein Drittel der Welt", umfasste Leibrecht humorvoll sein Aufgabengebiet.

Anzeige

Während in anderen Fraktionen teilweise Abgeordnete nur für ein einzelnes Land zuständig seien, könne Harald Leibrechts Team sich mit mehreren Ländern und den jeweils aktuellen politischen Themen dort intensiv beschäftigen. Seine Fachkenntnis und die gute Vorbereitung durch seine Mitarbeiter hätten ihm dabei schon oft weitergeholfen. Auch sei die Zusammenarbeit fraktionsübergreifend im Auswärtigen Ausschuss, insbesondere was Menschenrechte angehe, meist harmonisch.

"Wahrscheinlich rückt daher auch meine Mitgliedschaft im Europarat etwas in den Hintergrund", sagte Leibrecht, der den Hauptteil seiner Energie für seine Tätigkeit im Bundestag nutze. Aktuell sind für ihn vor allem der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und die weltweite Abrüstung ein Anliegen. "Mit den US-Atomwaffen in unserem Land treffen wir maximal die uns umgebenden europäischen Freunde", sagte Leibrecht. Daher freue er sich, dass auch Parteichef Guido Westerwelle seine Ansicht aufgegriffen habe und zudem auch in anderen Fraktionen seine Forderung unterstützt werde.

Nachdem Leibrecht selbst in Chicago geboren wurde, will er diese Forderung keinesfalls als antiamerikanisch aufgefasst wissen. Guten Freunden könne man aber auch klar seine eigenen Interessen mitteilen, meint Leibrecht. Besorgt ist Leibrecht über "Tricks" der Bundesregierung beim Waffenexport. Da würden durchaus auch einmal Waffen an einen europäischen Partner verschenkt, allerdings versehen mit der Bedingung, diese an Drittländer weiterzureichen. Oder man liefere Neuware an befreundete Armeen, sodass deren Ausmusterungsmaterial an Länder verkauft werde, mit denen man nicht direkt Geschäfte machen wollte. Leibrecht kritisierte in diesem Zusammenhang die "Scheinheiligkeit", die bei den "Sonntagsreden-Pazifisten" oftmals vorherrsche.

Neben seiner Arbeit im Bundestag ist Leibrecht als Ortsvorsitzender in Ingersheim, stellvertretender Kreisvorsitzender in Ludwigsburg und Mitglied im Bezirksverband Region Stuttgart auch in die lokale und Landespolitik involviert. Seine Überzeugung, dass der "unbequeme Koalitionspartner FDP" in Baden-Württemberg auch über 2006 hinaus gebraucht werde, verband er mit guten Wünschen für den Kirchheimer Landtagskandidaten Frank Schweizer.

Schweizer habe als landesweit jüngster FDP-Bewerber bei der Landtagswahl 2001 einen äußerst kompetenten und engagierten Wahlkampf gezeigt. Daher sei er gerne der Einladung gefolgt. "Bundespolitik und Landespolitik der FDP sind durchdacht und liegen programmatisch auf einer Linie, daher wird für uns 2006 ein gutes Jahr", wagte Harald Leibrecht den Blick in das bevorstehende Wahljahr.

fs