Lokales

DRK beharrt auf Kostenlimit für Leitstelle

"Es liegt uns fern, mit der Feuerwehr zu streiten", sagt Wolfgang Rommel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Esslingen. Doch in die integrierte Rettungsleitstelle in der geplanten Esslinger Feuerwache will er nicht zu dem Preis einsteigen, den der Landkreis verlangt.

ROLAND KURZ

Anzeige

ESSLINGEN Der Schadensersatzanspruch, mit dem der Landrat nach jahrelangen gemeinsamen Planungen droht, schreckt Rommel nicht. Derzeit sitzen DRK und Feuerwehr in der Esslinger Adlerstraße gemeinsam in einem Raum, betreiben aber unterschiedliche Leitstellen. In der neuen Feuerwache, mit deren Bau noch dieses Jahr begonnen wird, sollten die beiden Rettungsorganisationen eine Leitstelle mit einem System betreiben. "Das ist eine Geldfrage", sagt Rommel. 783 000 Euro sollte das DRK künftig pro Jahr für die Leitstelle bezahlen. Angesichts dieser Summe sagte der Bereichsausschuss, in dem DRK und die Krankenkassen als Kostenträger sitzen, in der Sitzung am 21. Dezember Nein. Landrat Heinz Eininger drohte darauf, Schadensersatz zu verlangen.

Sämtliche Planungen seien unter dem Vorbehalt gelaufen, dass der Bereichsausschuss zustimme, kümmert Rommel die Drohung des Landrats wenig. Bei 600 000 Euro ist für das DRK und die Krankenkassen die Schmerzgrenze erreicht. Bisher kam man sogar mit 568 000 Euro aus. Er könne doch die Lücke von 183 000 Euro nicht mit Spendengeldern oder Mitgliedsbeiträgen stopfen, sagt Rommel.

Es gebe bestimmt sehr viele Dinge, die nach Ansicht der Feuerwehren wünschenswert seien, aber nicht vom DRK mitfinanziert werden könnten. In den letzten drei Sitzungen seien dem Bereichsausschuss ständig neue und höhere Summen genannt worden, ärgert sich der DRK-Vorsitzende. Er befürchtet, dass die 783 000 Euro noch nicht das Ende der Fahnenstange sind.

Rückendeckung bekommt der DRK-Chef vom Esslinger AOK-Geschäftsführer Dieter Kress. "Umgekehrt wird ein Schuh draus", weist Kress das Argument der Kreisverwaltung zurück, ihr sei nicht zumutbar, die DRK-Kreisverbände beziehungsweise die Krankenkassen mitzufinanzieren.

Nach wie vor sei das DRK an der integrierten Leitstelle interessiert, sagt Rommel, aber nicht zu allen Kosten. Lieber richte man im Rettungszentrum an den Städtischen Kliniken eine eigene Leitstelle ein. Die vorhandene Software sei fast neu und entspreche dem Stand der Technik. Er frage sich, warum nicht diese Computer in die neue Feuerwache eingebaut würden. In die integrierte Leitstelle investiere der Landkreis immerhin zwei Millionen Euro. Vielleicht sei die Esslinger Leitstelle sogar in zehn Jahren überflüssig, weil es eine regionale Lösung gebe. Trotz der Drohgebärden sei "die Tür nach wie vor nicht zu", signalisiert Rommel Gesprächsbereitschaft. Man werde sich noch einmal an den Tisch setzen, und darüber reden, was notwendig und was zweckmäßig sei, sagt auch Kress.