Lokales

DSL rückt näher

Hepsisauer könnten über mvox versorgt werden

Große Teile Hepsisaus liegen derzeit noch im Breitbandschatten. Das könnte sich in absehbarer Zukunft ändern. Abgesehen von Neidlingen soll gemeinsam mit den Gemeinden des Verwaltungsraums auf die Firma mvox gesetzt werden, um flächendeckend DSL-Anschlüsse zu gewährleisten.

Anke Kirsammer

Weilheim. Während die Stadt Weilheim insgesamt relativ gut mit Breitbandanschlüssen versorgt ist, sind die Hepsisauer, die oberhalb des Rathauses wohnen, bislang weitgehend von der Datenautobahn abgehängt. Von der jetzt in Aussicht gestellten, von Bissingen angeschobenen Lösung würde der gesamte Vorwahlbereich „0 70 23“ profitieren, da dazu der Hauptverteiler in Weilheim aufgerüstet werden müsste.

Die Kosten in Höhe von insgesamt 53 000 Euro für den Verwaltungsraum ohne Neidlingen könnten durch einen Zuschuss des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum in Höhe von 10 000 Euro abgemildert werden. In der ersten Ausbaustufe kämen auf die Stadt Weilheim Kosten in Höhe von 7 210 Euro zu, Bissingen müsste 4 000 Euro bezahlen, Ohmden 5 000 Euro und Holzmaden 2 000 Euro. Damit könnten 2 000 bis 3 000 Kilobit pro Sekunde erreicht werden. Um Übertragungsgeschwindigkeiten von 14 000 bis 16 000 Kilobit pro Sekunde zu realisieren, ist eine zweite Ausbaustufe notwendig. Sie würde Weilheim 14 000 Euro und Bissingen 11 000 Euro kosten. Dazu müsste ein sogenannter „Outdoor-DSLAM“, eine DSL-Vermittlungsstelle, installiert werden. Wie Weilheims Stadtbaumeister Jens Hofmann in jüngster Gemeinderatssitzung erklärte, käme als Standort der Ortseingang von Hepsisau beziehungsweise die Abzweigung der Landesstraße in den Zipfelbachort in Frage. „Das hängt davon ab, ob sich Neidlingen beteiligt“, so Hofmann. Die Reußensteingemeinde verhandle derzeit noch mit der Telekom. Ob die zweite Stufe beauftragt wird, möchte die Verwaltung von Praxiserfahrungen mit der ersten Stufe abhängig machen. Allerdings sollen die Preise dafür bereits jetzt gesichert werden. Die Gesamtkosten für Weilheim mit rund 21 000 Euro sprechen ebenfalls dafür, mvox grünes Licht zu geben, sind doch im Haushalt 45 000 Euro bereitgestellt.

Die Stadt Weilheim war bei den Verhandlungen mit dem „rosa Riesen“ zu keinen guten Ergebnissen gekommen. Wie Hofmann sagte, belief sich das Angebot auf 70 000 bis 80 000 Euro alleine für Hepsisau.

Die Firma mvox nutzt für ihr kabelgebundenes System die vorhandene Kupfer-Infrastruktur der Telekom. Da es für die mvox-Festnetztechnik bislang allerdings nur wenige Referenzprojekte gibt, wurde das Fraunhofer Institut damit beauftragt, ein Gutachten zu erstellen.

Ob sich Weilheim finanziell beteiligt, hängt wie in Bissingen vom Ergebnis des Gutachtens ab, das spätestens am 28. Mai vorliegt. Drei Tage später endet die Zuschlagsfrist. Der Hepsisauer Ortschaftsrat erteilte dem Vorgehen grünes Licht. Der Weilheimer Gemeinderat nahm Kenntnis.

Anzeige
Anzeige