Lokales

Durch Anpassung der Sortimente dem Wandel begegnen

"Der Markt für Baumschulgehölze verändert sich zurzeit sehr rasch. Produzenten und Vermarkter haben den Wandel erkannt und reagieren mit der Anpassung ihrer Sortimente", sagte die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, gestern bei einem Arbeitstreffen mit dem Bund Deutscher Baumschulen in Weilheim.

WEILHEIM Früher seien die Baumschulen vor Ort alleiniger Ansprechpartner für alle Arten der Gehölzlieferung gewesen. Heute drängten verstärkt überregionale Anbieter in diesen Markt. "Von diesem Trend sind sowohl die Bereiche Gehölze für den Landschaftsbau und die Kommunen, aber auch die Lieferungen an Wiederverkäufer des gärtnerischen Einzelhandels betroffen", stellte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch gestern fest. Konsequenz dieser Entwicklung sei bei einem Teil der Betriebe die eindeutige Ausrichtung auf den Privatkunden. Das führe verstärkt dazu, dass aus Sortimentsbaumschulen Einzelhandelsbaumschulen werden sowie kleinere Gartencenter, die nur noch einen sehr kleinen Teil ihres Verkaufssortimentes selbst produzieren.

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"In der Nähe von Ballungsgebieten konnten sich diese Betriebe in ihrem Marktsegment etablieren. Die Betriebe entwickeln sich zunehmend zum Dienstleister, der Vollservice rund um den Privatgarten bietet", erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch. Ein weiterer Bereich sei die Produktion von speziellen Ziergehölzen im Container, da Einzelhandelskunden immer stärker zum Spontankauf auch außerhalb der klassischen Verkaufszeiten Herbst und Frühjahr neigen würden. "Auch hier spielt die Marktnähe der Produktion eine große Rolle. Einige Betriebe haben sich in diesem Marktsegment spezialisiert und bieten ihren Kunden neben dem aktuellen Sortimentsvorschlag auch eine termingerechte Transportlogistik", machte Friedlinde Gurr-Hirsch gestern deutlich.

Im Rahmen des Absatzes an den Garten- und Landschaftsbau und die öffentliche Hand seien überregionale Sortimentsbaumschulen und eine Vielzahl von Betrieben entstanden, die den Garten- und Landschaftsbau regional mit Wildgehölzen und Alleebäumen zunehmend auch im Container bedienen. "Durch die klimatischen Gegebenheiten Süddeutschlands sehr strahlungsintensive Winter, hohe Temperaturschwankungen im Winter beziehungsweise Frühjahr und schwerer Boden zeigen sich die in Baden-Württemberg produzierten Gehölze und Alleebäume in der Regel robuster und weniger stressanfällig bei der Pflanzung am Endstandort", erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch.

Außerdem würde herkunftsgesichertes Pflanzenmaterial zunehmend nachgefragt, da es in noch stärkerem Maße den unterschiedlichen Standortansprüchen Süddeutschlands entspräche. Die Zahl der baden-württembergischen Baumschulen hat sich seit dem Jahr 1970 von zirka 540 Betrieben stetig bis Anfang der 80er-Jahre auf rund 710 Betriebe erhöht, ist aber dann bis zum Jahr 2000 auf rund 450 Bewirtschafter zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Baumschulfläche von 1 480 Hektar fortlaufend auf annähernd 3 090 Hektar bis zum Jahr 1996 zugenommen. Seither hat die Fläche wieder um etwa 700 Hektar abgenommen. Bedingt durch die Realteilung herrscht die klassische Streulage vor. Die Betriebe liegen sowohl in den klimatisch günstigen Weinbauregionen als auch in den raueren Mittelgebirgslagen von Schwarzwald, Alb und Odenwald.

Vor Beginn des Gedankenaustausches absolvierten die Teilnehmer zunächst noch einen Außentermin: An der Neidlinger Straße pflanzte Staatssekretärin Gurr-Hirsch einen Apfelbaum der Sorte "Grüner Gravensteiner.

pm