Lokales

Durch inneren Frieden zu mehr Toleranz

Zur Eröffnung seines neuen Meditationszentrums auf dem Riethmüller-Areal hatte der Verein "Kagyu Samye Dzong" in die Alleenstraße 18 geladen. In Anwesenheit des spirituellen Mentors Lama Yeshe Rinpoche informierten Angelika Schnabel und die Vorsitzende des Vereins, Pet-ra Sanders, über die Möglichkeiten, die das neue Zentrum (Dzong) des Tibetischen Buddhismus in Kirchheim zu bieten hat.

HEINZ BÖHLER

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KIRCHHEIM "Es scheint mein Job zu sein, überall auf der Welt neue Dzongs zu eröffnen", stellte Lama Yeshe Rinpoche fest. Ganz so, wie man sich hierzulande einen buddhistischen Mönch vorstellt in eine orangefarbene Toga gehüllt, den Kopf kahlrasiert und einen Zug innerer Ausgeglichenheit um Mund und Augen stand er im Kreise seiner Schüler, die sich seit Anfang des Monats glücklich schätzen, nach Jahren der Inanspruchnahme von Gastfreundschaften und der Vereinsgründung im September, endlich ein eigenes Zentrum für ihre Treffen und Meditationsübungen zu haben.

Im 3. Stock des Hauses Alleenstraße 18 auf dem Riethmüller-Areal konnte nun das "Kagyu Samye Dzong", ein tibetisch-buddhistischem Zentrum, eröffnet werden. Vor sechs Jahren war Angelika Schnabel von einem längeren Aufenthalt in Schottland in ihre Heimatgemeinde Notzingen zurückgekehrt. In einem buddhistischen Kloster, nahe dem schottischen Eksdalemuir, hatte sie gelebt und den Weg des Kagyu gelernt, einer der vier "Linien" des tibetischen Buddhismus. Zurück in Kirchheim hatte sie alsbald einen Kreis von Bekannten um sich versammelt, die sich für das, was sie im schottischen "Tiefland" gelernt und erfahren hatte, interessierten.

Ein Meditationskreis war entstanden und bald darauf fand die erste Begegnung mit Lama Yeshe Rinpoche statt, der durch Angelika Schnabels Vermittlung den Weg nach Kirchheim gefunden hatte. "Er ist ein sehr charismatischer Lehrer", begründete die Vorsitzende des Vereins "Kagyu Samye Dzong Kirchheim", Petra Sanders, die enge Verbindung, die seither zu dem Lama ("Mönch") entstanden ist, der immer wieder in Kirchheim Meditationskurse gibt. Er wirbt für Frieden, Toleranz und Menschlichkeit, Ziele, denen der Einzelne durch den Weg zu "innerem Frieden" näher komme.

Die äußeren Voraussetzungen dazu sieht man seitens des Vereins mit der Inbesitznahme der Räume im Riethmüller-Areal erfüllt. Dankbar zeigte sich Petra Sanders vor allem all jenen gegenüber, die durch ihre tätige Mithilfe bei der Renovierung der Räumlichkeiten für eine dezent beleuchtete freundliche Meditationsumgebung und einen gemütlichen Treffpunkt gesorgt haben, der nicht nur Vereinsmitgliedern offen steht, sondern "allen, die für unsere Anliegen offen sind". In dem Programm, das der Verein anlässlich seiner Eröffnung herausgab, steht zu lesen: "Wir möchten allen Interessierten die Möglichkeit bieten, buddhistische Praxis kennen zu lernen und zu vertiefen." Offen für alles zu sein, wünschte Lama Yeshe Rinpoche dem Verein und äußerte zuversichtlich die Hoffnung, dass "dieser Ort ein Gewinn für möglichst viele Menschen werde".