Lokales

Durchbruch für Bushalt

Knotenpunkt in Weilheim wird barrierefrei umgebaut

Seit 13 Jahren tüftelt die Stadt Weilheim an einer Neugestaltung der zentralen Bushaltestelle in der Brunnenstraße. Jetzt ist die Planung in trockenen Tüchern. Der Gemeinderat gab grünes Licht, lehnte aber eine Treppe zur Lindach ab.

Die zentrale Bushaltestelle in der Brunnenstraße wird nächstes Jahr umgestaltet. Es gibt dann keine parallelen Buchten mehr, son
Die zentrale Bushaltestelle in der Brunnenstraße wird nächstes Jahr umgestaltet. Es gibt dann keine parallelen Buchten mehr, sondern einspurige Bushaltezonen. Dafür soll der Wartebereich großzügiger werden.Foto: Deniz Calagan

Weilheim. Die Neugestaltung der zentralen Bushaltestelle in der Weilheimer Brunnenstraße rückt in greifbare Nähe. Der Gemeinderat verhalf dem Großprojekt nun „zum Durchbruch“, wie es Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle formulierte: Einstimmig segnete das Gremium den überarbeiteten Entwurf ab. Bereits im Oktober war das Konzept vorgestellt worden.

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Rund 580 000 Euro wird der Umbau voraussichtlich kosten. Die Stadt rechnet mit einem Zuschuss von 94 000 Euro, sodass sie eine knappe halbe Million Euro selbst bestreiten muss. Beginnen sollen die Bauarbeiten im kommenden Frühjahr.

„Der Busknotenpunkt ist wichtig – und noch wichtiger geworden, seit es die S-Bahn nach Kirchheim gibt“, ging Johannes Züfle auf die Bedeutung der zentralen Bushaltestelle ein. Allerdings habe sie erhebliche Defizite. Kernpunkt dabei ist die fehlende Barrierefreiheit, die Menschen mit Behinderungen oder Kinderwagen den Einstieg stark erschwert. Aber auch Sicherheitsaspekte, fehlende überdachte Wartemöglichkeiten und der Wunsch, den Busverkehr zu beschleunigen, sind Aspekte. „Wir wollen die Bushaltestelle barrierefrei und leistungsfähiger machen“, fasste der Verwaltungschef zusammen.

Auf beiden Seiten der Brunnenstraße werden einspurige, lange Bushaltebereiche eingerichtet, in denen jeweils zwei Busse problemlos hintereinander halten können. Dort spielt sich künftig der komplette Linienverkehr ab. Die Haltestelle in der Kirchheimer Straße dient nur noch für Sonderfahrten und wartende Busse. Anfahrtswege und Kurven werden so entschärft, dass die Busse trotz Gegenverkehrs problemlos abbiegen können und auch nicht mehr über Wartezonen fahren müssen.

Für Barrierefreiheit sorgen spezielle Randsteine in den Einstiegszonen, die „Kasseler Borde“. Sie haben Ausbuchtungen, die Bussen erlauben, mit den rechten Rädern bis an den Randstein heranzufahren. Die geriffelte Oberfläche bietet sehbehinderten Menschen Orientierung. Eine Reduzierung der Straßenbreite auf 6,50 Meter ermöglicht großzügigere Wartebereiche. Nördlich der Brunnenstraße ist eine Sitzkante mit Holzauflage geplant. „Die Überdachungen sollten filigran und einsehbar sein, um soziale Kontrolle zu ermöglichen“, sagte Stadtplaner Roland Rendler. Er hat das Gesamtkonzept zusammen mit dem Verkehrsbüro Tögel erarbeitet. Vorm Modehaus Mack wird es drei Längs-Parkplätze geben. Für eine spätere Bus-Ampel werden Leerrohre verlegt. Angedacht ist auch, Tempo 30 einzuführen.

Der überarbeitete Plan kam im Gemeinderat gut an. Diskussionen gab es allerdings bei der Gestaltung des Bereichs rund um das einstige Toilettenhäuschen in der Kirchheimer Straße. Dass das Haus abgerissen wird, war unstrittig. Der Plan jedoch, dort über Stufen den Weg zur Lindach zu öffnen, stieß im Gremium auf Kritik. „Zu gefährlich“, lautete der Tenor. Das Wasser fließe an dieser Stelle zu schnell und der Boden sei glitschig. Auch die Alternative, dort gleich Fahrradboxen zu errichten, fand keine Mehrheit.

Gebaut werden soll nun erst einmal eine ebene Fläche. In diesem Bereich wird zudem ein neuer Steg über die Lindach entstehen, der im Vergleich zu dem alten, baufälligen Steg näher ans Zentrum rückt.