Lokales

Durchwachsene Saison trotz Spitzenwinters

Von Anfang November bis März lag auf der Schwäbischen Alb Schnee und bot vielen Wintersportlern die Gelegenheit, Skier und Snowboards hervorzuholen. Allerdings war der Ansturm auf die Skilifte kaum größer als in den vergangenen Wintern.

BERENIKE NORDMANN

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KREIS ESSLINGEN "Man kann nicht sagen, dass es in diesem Winter einen großen Ansturm gab. Die Besucherzahl war immer abhängig vom Wetter", berichtet Werner Neidlinger, Betreiber der Skilifte im Salzwinkel bei Römerstein-Zainingen. Es müssten verschiedene Faktoren stimmen, und wenn das Wetter gut gewesen sei, dann habe sich das auch auf die Besucherzahlen entsprechend ausgewirkt. "Diesen Winter gab es zwar viel Schnee, der auch qualitativ gut war, es haben aber die Sonnentage gefehlt", reflektiert Neidlinger.

So waren die Skilifte im Salzwinkel laut Neidlinger dank des Jahrhundertwinters wesentlich länger als sonst in Betrieb. Auch der Umsatz sei größer gewesen als im vergangenen Jahr. In den Ferien lief das Geschäft gut, weil auch Familien mit Kindern kamen und den Schnee ausnutzten.

Auf der Piste in Römerstein-Zainingen waren häufig Skischulen. Übers Wochenende gab es zahlreiche Kurse. Die hätten teilweise auch bei schlechten Voraussetzungen stattgefunden. Nur eine Großveranstaltung fiel Neidlinger zufolge aus, was aber an mangelnder Teilnehmerzahl lag und nicht an den Schneeverhältnissen.

Anita Duckek vom Skilift in Donnstetten ist ähnlicher Ansicht wie Neidlinger. "Der Ansturm war nicht größer als im letzten Jahr, was daran lag, dass die Saison sich zu sehr in die Länge zog und die Wintersportler schließlich keine Lust mehr hatten", weiß sie. Die letzten vier Wochen verliefen demnach sehr schleppend. Die Lifte in Donnstetten waren etwa 30 Prozent mehr Tage als sonst in Betrieb.

Auch am Skilift Pfulb waren trotz des langen Winters kaum mehr Besucher als sonst auf der Piste. "Das Abfahren auf der Alb nimmt allgemein ab", sieht Walter Allgaier das Problem. Zwar hat der Langlauf, vor allem unter den älteren Sportlern, mehr Zuwachs gefunden, was aber die jüngeren Generationen betrifft, so fehlt entweder das Interesse am Wintersport, oder man fährt gleich ins Gebirge. "Da dies ein langfristiger Trend ist, waren die Verhältnisse in dieser Saison abzusehen", berichtet Allgaier.

Die Lifte waren hier etwa 60 Skitage in diesem Winter in Betrieb. Die Vereine konnten somit ihre Kurse durchführen und waren stets gut besucht. Das Feriengeschäft hingegen lohnte sich nicht sehr. "Besonders gut lief es in den ersten drei Wochen der Saison. An Fasching hingegen war sehr wenig los", berichtet er weiter. Langfristig gesehen erzielt der Liftbetrieb aber kaum mehr Gewinne.

Am Bläsiberg in Wiesensteig wurde die Saison diesen Winter öfters unterbrochen. Der Grund dafür war, dass die Piste relativ tief liegt und daher der Schnee schneller schmolz. Trotz allem zehrten die Wintersportler sechs Wochen lang vom Schnee von Weihnachten. Diesen Winter waren die Lifte 40 Tage in Betrieb. Im letzten Jahr waren es 50 Tage. "Aber wir sind trotzdem zufrieden", erzählt Thomas Geiger.

Am Ochsenwanger Skilift sah es ähnlich aus. Von Dezember bis Anfang März war der Lift dort, mit Unterbrechung, in Betrieb. "Die meisten Besucher hatten wir vor den Weihnachtsferien und während der Ferien bis Neujahr", berichtet Hannelore Mall. In den Faschingsferien hingegen war dann alles ziemlich ruhig, was auch wieder daran lag, dass sich der Winter zu sehr in die Länge gezogen hat, oder die Wintersportler im Frühjahr eben ins Gebirge fahren.