Lokales

"Eckpunkt" bietet geballte Kompetenz

Vier verschiedene kirchliche Dienste arbeiten im "Eckpunkt" unter einem Dach: Jetzt haben die Mitarbeiter der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim, des Evangelischen Jugendwerks, der Diakoniestation Teck und die Geschäftsstelle des Kreisdiakonieverbandes beschlossen, die Kompetenzen, die im "Eckpunkt" an der Kirchheimer Alleenstraße vorhanden sind, effektiver und übergreifender zu nutzen.

ULRIKE RAPP-HIRRLINGER

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So ent-stand auf der Ebene der Mitarbeitenden die Idee eines "Zukunftsforums", in dem die Mitarbeitenden ihre Anliegen und Erwartungen übergreifend ausdrücken konnten. Sie haben damit eine in der Evangelischen Landeskirche bisher einmalige Konstellation ins Leben gerufen. Entstanden ist das gemeinsame Bewusstsein eines "Kompetenzzentrums Eckpunkt" für Menschen im Kirchenbezirk Kirchheim.

Doch um noch stärker an einem Strang zu ziehen, mussten sich die Beteiligten zunächst besser kennen lernen. So setzten sich die Mitarbeiter im "Eckpunkt" immer wieder zusammen, um mehr voneinander und ihrer Arbeit zu erfahren. "Uns war klar, dass die Kooperation von unten wachsen muss, um Bestand zu haben", sagt Ingrid Riedl, die Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim. Der Austausch unter den Mitarbeitern, war "ein richtiges Aha-Erlebnis, als wir erkannten, dass wir oft die gleichen Themen und ähnliche Probleme bearbeiten."

Dabei liegt die Zusammenarbeit auf der Hand. "Die Menschen trennen nicht nach den verschiedenen diakonischen Einrichtungen", weiß Ulrike Schmid, die Leiterin der Diakoniestation Teck im Evangelischen Kirchenbezirk Kirchheim. Seitdem sich die Mitarbeiter im Haus aus eigener Initiative zusammengesetzt haben und von den jeweiligen Zuständigkeiten wissen, können Anfragen unproblematisch und schneller weitervermittelt werden. "Doch dazu muss ich eben wissen, an wen ich mich in welchem Fall wenden kann, wer welchen Bereich bearbeitet", erklärt Matthias Kerschbaum, Jugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk Kirchheim. Auch interne Konflikte könnten heute besser bewältigt werden, betont Ingrid Riedl. Es gehe darum, die Angebote des "Eckpunkts" durch Kooperationen und Synergieeffekte für die Nutzer zu verbessern.

In verschiedenen Arbeitsgruppen plant man gemeinsames Engagement. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Jugendcafé des Evangelischen Jugendwerks Kirchheim, das von allen Einrichtungen genutzt werden kann. Dazu bedarf es intensiver Absprachen. "Hier sind spannende Begegnungen möglich, etwa, wenn Jugendliche gleichzeitig mit der Kontaktgruppe für psychisch Kranke sich dort aufhalten", meint Ingrid Riedl. Oft kommen ins Jugendcafé, das gleich neben dem Diakonieladen liegt, auch Menschen die Beratung brauchen, die Angebote zur Beschäftigung suchen, die sich sozial engagieren wollen oder Interesse an Freizeiten haben.

"Die können wir jetzt gezielter untereinander weitervermitteln", so Matthias Kerschbaum. Auch gemeinsame Informationsveranstaltungen etwa zur Berufsfindung sind geplant und eine Homepage.

Vereint will man künftig auch agieren, wenn es darum geht, Realschüler in soziale Projekte zu vermitteln, wie es deren Lehrplan vorsieht. Dazu hat man einheitliche Standards erarbeitet. Immer wieder werden die Einrichtungen im "Eckpunkt" wegen Praktikumstellen angefragt. Jetzt werden die Plätze gemeinsam verteilt und auch die Schulen gemeinsam informiert. "Unter Umständen kann ein Schüler auch mehrere Einrichtungen kennen lernen", stellt Ingrid Riedl in Aussicht. "Wir wollen künftig den Schulen Angebote machen, statt abzuwarten, bis die sich melden", sagt Ulrike Schmid.

Langfristig sollen mehr gemeinsame, die eigenen Dienste übergreifende Angebote entwickelt werden. Auf jeden Fall sind sich die Beteiligten sicher: "Durch die Zusammenarbeit gewinnen alle, ohne dass einzelne Dienste ihre Identität aufgeben müssen", so Matthias Kerschbaum. Vielmehr helfe der andere Blickwinkel bei der Lösung von Problemen, ergänzt Ulrike Schmid.