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Ehrlichkeit, Vertrauenund Nächstenliebe ...

Ehrlichkeit, Vertrauenund Nächstenliebe

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Den Menschen, die am Tag vor Heiligabend unseren Christbaum von der Terrasse stahlen, wünschen wir ein friedliches, besinnliches Weihnachtsfest. Unseren Kindern Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Nächstenliebe zu vermitteln, wird wohl doch immer schwieriger.

Kirsten Wenger

Kirchheim, Westerbachstraße

Entsolidarisierungals Mittel zum Zweck

Seit einiger Zeit verfolge ich aufmerksam die Presseartikel über die unglaublichen Zustände bei Recaro. Die offene Drohung der Geschäftsleitung, Beschäftigten zu kündigen, die ihre gültigen tarifgebundenen Arbeitsverträge nicht auflösen wollen, ist ein massiver Verstoß gegen geltendes Recht. Der auf die betroffenen Beschäftigten ausgeübte psychische Druck seitens der Geschäftsleitung muss enorm sein.

In der Presse wurden die betroffenen Arbeitnehmer, als zu einer "Gruppe" zugehörig bezeichnet, die sich "weigern" ihr Tarifrecht aufzugeben. Ich war bisher der Auffassung, dass wir noch in einem Rechtsstaat leben. Dass unter dem Vorwand, den Standort wettbewerbsfähig zu halten, die Rechte der Mitarbeiter mit Füßen getreten, ihnen Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mehrarbeit ohne Lohnausgleich abgerungen werden, gehört inzwischen bei vielen Firmen zur Unternehmenskultur. Dass dabei die Würde jedes Einzelnen auf der Strecke bleibt und die Entsolidarisierung der Belegschaft als Mittel zum Zweck in Kauf genommen wird, lässt erahnen, was noch alles auf uns zukommt. In diesem Sinn, frohe Weihnachten.

Bernd Luplow

Deizisau, Jahnstraße

Weder Jubel noch Freude

Zu den Artikeln "Freigelassene Archäologin kehrt vorerst nicht nach Deutschland zurück" und "Nach Freilassung Susanne Osthoffs Erleichterung bei den Angehörigen", im Teckboten vom 20. Dezember:

Der Fall Osthoff hat tagelang die Medien beschäftigt und seinen gütigen Abschluss in der Freilassung gefunden. So lange aber das Schicksal ihres Chauffeurs nicht völlig geklärt ist, gibt es weder Jubel noch Freude. Die Geiselnahme hat bis zu dieser Klärung einen undurchsichtigen Hintergrund. Sollte eine Lösegeldzahlung der Freilassung vorausgegangen sein, so wäre es Sache der Bundesregierung, die Summe dem Deutschen Steuzerzahler offen zu legen.

Wiederholt wurden bei früheren Geiselnahmen solche Forderungen erfüllt und somit hat sich unser Staat erpressbar gemacht. Es kann nicht angehen, dass den Bürgern täglich vor Augen geführt wird "Die Misere unseres Staatshaushaltes", durch Sanierungsmaßnahmen aber immer mehr Bürger ohne Selbstverschuldung in die Armut getrieben werden. Auf der anderen Seite dieser Staat durch Erpressung von Lösegeldforderungen den weltweiten Terror mitfinanziert

.

Im Falle Osthoff gibt es die Kardinalfrage: "Wer ist der Auftraggeber ihrer archäologischen Tätigkeit"? Kein Unternehmer wird ohne freiwillige Bereitschaft Mitarbeiter in diese Krisengebiete entsenden. Wer sich aber ohne staatlichen Auftrag in diese Gebiete im Nahen, Mittleren und Fernen Osten begibt, kann nicht auf einen staatlichen Freikauf hoffen.

Gerade hören wir die Aussage von Steinbrück: "Wer mehr Geld fordert für Familein, muss sagen, wo es herkommen soll?" Er sollte das ihm vom Steuerzahler anvertraute Geld in der Verantwortung für die gesamte Bevölkerung verwalten und nicht zur Finanzierung der ganzen Welt verwenden.

Volker Lechner

Kirchheim, Bosslerstraße

Sachlich bleiben

Zu den Leserbriefen "Anders wählen hätte geholfen", im Teckboten vom 20. Dezember, und " Lasst lieber Eltern zahlen", im Teckboten vom 19. Dezember:

Die kontrovers geführte Diskussion über die Erhöhung der Kindergartengebühren entsprang der Tatsache, dass die Verwaltung diese Erhöhung vorgeschlagen hatte. Im Gemeinderat wurde mehrfach angeregt, die Gebühren lieber leicht und stetig anzupassen, anstelle einer großen Erhöhung wie beim letzten Mal. Ziel war es, den Kostendeckungsgrad der Gebühren, der bei nur 13 Prozent lag, zumindest in dieser Höhe zu halten. Die Kirchen und kommunalen Landesverbände haben diese Erhöhung so empfohlen. Es ist nicht so, dass diejenigen, die für eine Erhöhung stimmen, kinderunfreundlich eingestellt sind. Im Gegenteil auch wir diskutierten sehr verantwortungsbewusst diesen Antrag, versuchten aber dennoch, den oben genannten Tatsachen Rechnung zu tragen. Auf Antrag der Freien Wähler wird daher auch die von der Verwaltung empfohlene erste Erhöhung zum 1. April 2006 nicht vorgenommen.

Es ist richtig, dass die Gewerbesteuer seit 1994 nicht erhöht wurde. Dennoch bringt sie seit 94 beinahe jährlich höhere Einnahmen. Im Haushaltsjahr 2006 bringt sie voraussichtlich wieder 750 000 Euro mehr an Einnahmen als im Vorjahr. Die in Kirchheim beheimateten Betriebe wirtschaften gut und erbringen durch die ständig steigende Gewerbesteuer ihren Beitrag zur Zukunftsgestaltung unserer Stadt. Die Gewerbesteuer ist ein Standortfaktor und wenn man Betriebe ansiedeln möchte, um unsere freien Gewerbeflächen zu vermarkten und um Arbeitsplätze zu schaffen ein erklärtes Ziel aller Fraktionen im Gemeinderat sollte man nicht unbedingt unter diesen Voraussetzungen an ihr drehen. Zudem ist es den umworbenen Betrieben nicht vermittelbar, im Jahr 2006 einen Wirtschaftsförderer einzusetzen, um Betriebe für Kirchheim zu gewinnen und gleichzeitig die Gewerbesteuer zu erhöhen. Ich denke auch, man darf keinem Gemeinderat unterstellen, im eigenen Interesse zu handeln und man darf diese Unterstellung auch nicht für die andere Tischseite im Raume stehen lassen. Jeder arbeitet nach seinem besten Wissen und Gewissen, nur jeder hat eben andere Ansätze.

Ulrich Kübler

Kirchheim, Schlierbacher Straße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.