Lokales

Eigener Kandidat für Europa

Nicole Mohn

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Weilheim. Der gebürtige Hamburger ist ein ausgewiesener EU-Spezialist, der unter anderem zum Thema europäische Verfassung publizierte. Neben dem „Dr. jur.“ hat der 42-Jährige einen Magister in Politikwissenschaften in der Tasche. Neben seiner Tätigkeit für eine Stuttgarter Kanzlei hat Sander diverse Lehraufträge – unter anderem an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen sowie der Universität Stuttgart-Hohenheim.

Sander, der seit einiger Zeit in Leinfelden-Echterdingen lebt, hat sich bereits zweimal um einen Sitz in Straßburg beworben. Nun will ihn der Kreisverband Esslingen beim dritten Anlauf unterstützen und nominierte den zweifachen Vater für den Urnengang im kommenden Jahr. „Wir sind froh, einen Experten wie Gerald Sander in unseren Reihen zu haben“, betonte der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes, Michael Wechsler.

Bei der Nominierung der Bundestagskandidaten allerdings sollen erneut die Mitglieder die Entscheidung haben. „Das war ein voller Erfolg“, begründet Wechsel den neuerlichen Vorstoß des Kreisvorstandes. Die Kreisdeligierten trugen den Antrag der Parteispitze mit: Bei zwei Enthaltungen gaben sie den Weg frei für das Mitgliedervotum.

Im Rahmen der Kreisdeligiertenkonferenz standen zudem Nachwahlen zum Kreisvorstand auf der Tagesordnung. Zwei neue Beisitzer waren für die Arbeit der SPD auf Kreisebene gesucht. Leichtes Spiel hatte Ursula Schuchardt aus Filderstadt: Ihr kam die Frauenquote, die im Esslinger Kreisverband der SPD gilt, zugute. „Wir haben nur noch einen Männer-Platz im Kreisverband frei – damit ist Ursula Schuchardt automatisch gewählt“, so Wechsler. Um den verbleibenden Beisitzerplatz bewarben sich Wolfgang Braun (Neckartenzlingen) und Frank Fahrner aus Ostfildern. Hier setzte sich Fahrner durch.

Zudem hieß es bei der Konferenz am Freitagabend Abschied nehmen von einem, der die sozialdemokratische Politik auf Kreis- und lokaler Ebene in den zurückliegenden Jahrzehnten mitgeprägt hat: Wolf Seitz, Fraktionschef der SPD im Wernauer Gemeinderat und Kreisrat, wagte am Bodensee einen Neuanfang. „Du wirst uns fehlen“, sagt Barbara Sinner-Bartels am Schluss ihrer Laudatio. Mit Standing Ovations dankten die Deligierten Seitz für sein großes Engagement für die SPD in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Seitz selbst schien die schwersten Abschiedswehen schon weitgehend hinter sich gelassen zu haben. Stattdessen freute sich der SPD-Kämpe auf das neue Leben am See, den er künftig direkt vor seiner Haustür hat. Seinen Genossen schrieb er zum Abschied noch einen Ur-SPDler-Satz ins Stammbuch: „Helft den Schwachen, die Starken können sich selber helfen.“