Lokales

Ein besseres Leben?

KIRCHHEIM Aus dem April 1986 datieren erste Unterlagen über die Arbeit des Arbeitskreises Asyl in Kirchheim. Die Zahl der Asylsuchenden hat in den letzten Jahren drastisch abgenommen. Aufgaben bei der Begleitung von Flüchtlingen im bundesrepublikanischen Alltag gibt es weiterhin: Kindern, die hier geboren wurden und hier vor einem Schulabschluss stehen, wird die zwangsweise Abschiebung angedroht. Bürgerkriegsflüchtlinge, die bei uns seit mehr als fünf Jahren arbeiten, Steuern zahlen und integriert sind, werden mit ihren Familien zur baldigen Ausreise aufgefordert. Minderheitsangehörigen wie den Roma droht die Verbringung in das Kosovo. Die UN-Verwaltung im Kosovo kann für die Sicherheit dieser Menschen dort nicht bürgen und hat einige davon wieder umgehend zurückgeschickt.

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So gibt es für den Arbeitskreis keinen Anlass zum Feiern, aber doch zu einem Signal für die Öffentlichkeit: Am Samstag öffnet um 11 Uhr im Kirchheimer Rathaus eine Fotoausstellung: "Ein besseres Leben? Portraits Asylsuchender in Deutschland": Neben den professionell fotografierten Porträts von Asylsuchenden stellen sich die betreffenden Menschen auf einem DIN-A4-Blatt handschriflich kurz vor und beschreiben trotz manchmal mangelhafter Deutschkenntnisse wie es ihnen in Deutschland ergeht.

Durch die hervorragende Qualität der 25 Fotos von Krisztian Fonyodi hat der Betrachtende das Gefühl, der Porträtierte spräche unmittelbar zu ihm.

Prof. M. Köhnlein, Religionspädagoge und Kenner der Flüchtlingsarbeit, führt in die Ausstellung ein. Das Grußwort der gastgebenden Stadt Kirchheim spricht Bürgermeister Riemer. Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung von einer Gruppe Musiker aus Nordafrika.

Auch zum Abend der Begegnung im Alten Gemeindehaus am Alleenring in Kirchheim sind Flüchtlinge und Einheimische herzlich eingeladen. Die kulinarischen und kulturellen Beiträge bei der Veranstaltung werden von der "Sunny Side Bluegrassband" umrahmt.

pm