Lokales

Ein Bus soll die beiden Täler ab 2007 verbinden

Gerademal fünf Kilometer liegen zwischen Beuren und Owen. Wer indes den Nachbarort mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen will, wartet an der Haltestelle vergeblich auf einen Bus. Die SPD-Kreistagsfraktion tritt für eine ÖPNV-Verbindung ein, mit der am Wochenende auch das Freilichtmuseum erreichbar ist.

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BEUREN Das Thema ist nicht neu. Schon vor 20 Jahren haben der ehemalige Kreis- und Bundespolitiker Dieter Auch und MdL Carla Bregenzer im Kreisparlament nicht nur für das Freilichtmuseum gestimmt, sondern auch eine Busverbindung zu dieser touristischen Einrichtung des Landkreises gefordert. Das Museum gibt es jetzt seit zehn Jahren. Bislang ist die beliebte Freizeiteinrichtung an Sonntagen allerdings nur dann mit dem Bus erreichbar, wenn das Sofazügle zwischen Nürtingen und Neuffen verkehrt.

An den restlichen Sonntagen (auch samstags gibt es nur zwei Busfahrten) müssen Museumsbesucher mit dem Auto anreisen. Jetzt haben die Sozialdemokraten Gespräche mit Nahverkehrsbetrieben gesucht. Vorschläge zur ÖPNV-Verbesserung im Verbundsystem Neuffen, Beuren und dem Lenninger Tal präsentierten Vertreter der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (Bereich Kraftverkehr) gestern im Bürgerhaus in Beuren. Neben Bürgermeister Hartmann nahmen auch die Nahverkehrsexperten des Landkreises sowie Vertreter von Verkehrsverbünden teil. Wunsch der SPD ist, dass die Linie 199 (Metzingen Beuren) mit der Linie 172 (Erkenbrechtsweiler Beuren Neuffen) vernetzt und darüber hinaus ans Lenninger Tal angebunden wird. Die Sozialdemokraten wollen damit vor allem auch Besuchern der touristischen Ziele im Neuffener Tal ermöglichen, Freilichtmuseum, Thermalbad oder die Burg Hohenneuffen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzusteuern. "Wir wollen nicht, dass der Individualverkehr noch mehr zunimmt", sagte Waltraud Klaue, SPD-Gemeinderätin aus Beuren. Sie hofft, dass die Linie 180 (Beuren Nürtingen), nicht nur während der Bauarbeiten in der Beurener Ortsmitte das Freilichtmuseum mit einer provisorischen Haltestelle bedient, sondern auch darüber hinaus. Über den touristischen Bereich hinaus haben Bregenzer und ihre Mitstreiter auch Berufsschüler als Zielgruppe im Auge. Jugendliche aus dem Lenninger Tal, die in Nürtingen die Berufsschule besuchen, sollen die Möglichkeit erhalten, Nürtingen direkt ansteuern zu können. Die Busverbindung Beuren Owen sei zwar im Nahverkehrsplan des Kreises enthalten, aber bisher nicht umgesetzt, bedauerte Carla Bregenzer. Die Neukonzeption sehe vor, dass die Linien 199 und 172 so verzahnt werden, dass das Freilichtmuseum stündlich angefahren wird und die Burgruine im Zwei-Stunden-Takt. Außerdem soll die Linie 199 von Metzingen über Beuren ins Lenninger Tal weitergeführt werden, sodass Fahrgäste in Owen entweder auf den Bus oder die Bahn umsteigen können. Denkbar wäre, dass dieser Bus, der in Owen 45 Minuten Wartezeit bis zur nächsten Fahrt hat, die Pause mit einer Fahrt nach Nürtingen überbrückt.

Die ÖPNV-Verbesserungsvorschläge sollen jetzt in den beteiligten Gremien diskutiert werden. Die SPD ist sich im Klaren darüber, dass nicht alle Bausteine aus finanziellen Gründen auf einen Schlag umgesetzt werden können. Man denkt eher an eine stufenweise Realisierung. Der Fahrplan der SPD sieht vor, im Herbst über die Stellungnahmen der Gremien zu beraten, damit erste Ergebnisse schon im nächsten Frühjahr in die Fahrplankonferenz einfließen können. Wunsch von Bregenzer und Schmid ist, dass die ÖPNV-Neukonzeption spätestens im Fahrplan 2007 ihren Niederschlag findet.