Lokales

Ein Drittel der Belegschaft nimmt Angebot an

180 der 560 Mitarbeiter der Firma Panasonic wechseln am 1. Juli in die Transfergesellschaft Refugio. Die Frist für eine entsprechende Erklärung ist abgelaufen. Unterdessen setzten 20 andere Mitarbeiter ihren Hungerstreik fort.

ESSLINGEN Die Transfergesellschaft schützt die Mitarbeiter ein Jahr lang vor der Arbeitslosigkeit. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, sich für eine andere Stelle zu qualifizieren. Die Mitarbeiter erhalten 80 Prozent ihrer bisherigen Bezüge sowie eine Reihe von Extras. Während die IG Metall das Angebot als fair einstuft, übt der Betriebsrat scharfe Kritik. Für ihn sind zahlreiche Fragen ungeklärt. Außerdem fordert er mehrere Verbesserungen.

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Eberhard Büttner, Geschäftsführer von Panasonic, stuft das Echo als "nicht schlecht" ein. Allerdings räumt er ein, dass er mit 200 bis 300 Unterschriften gerechnet hat. Wer das Angebot nicht wahrgenommen habe, erhalte Ende Juli die Kündigung und scheide in der Regel vier Monate später aus der Firma aus. Die Höhe der Abfindungen und weitere Fragen sollen nächste Woche in der nächsten Runde der Einigungsstelle geklärt werden.

Im Vorfeld dieser Sitzung, zu der sich Vertreter der Geschäftsleitung und des Betriebsrats unter Vorsitz eines Arbeitsrichters treffen, geht der Hungerstreik weiter. Neben den 20 Teilnehmern sollen sich 46 weitere Mitarbeiter gemeldet haben, die sich der Aktion anschließen und der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit weiteren Nachdruck verleihen wollen. Auch 19 Ehefrauen von Beschäftigten stehen auf der Warteliste, wie Fahrettin Özcan vom Betriebsrat mitteilt. Özcan, der sich an dem Hungerstreik beteiligt, fordert von dem japanischen Konzern mehr Entgegenkommen. Bisher sei der Topf für den Sozialplan mit 14 Millionen Euro gefüllt. Özcan fordert insgesamt 29 Millionen Euro. Er orientiert sich mit dieser Summe an Sozialplänen, wie sie Panasonic nach seinen Informationen in Hamburg abgeschlossen hat.

In der Nacht zu Dienstag sind drei im Hungerstreik befindliche Mitarbeiter wegen gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus gebracht worden. Einer von ihnen musste wegen Herzproblemen in der Klinik bleiben. Der Hungerstreik werde aber bis zu einer Einigung über den Sozialplan fortgesetzt, erklärte ein Sprecher des Betriebsrats.

ez