Lokales

Ein eindringlicher Appell gegen die Gleichgültigkeit

Im Lichtenwalder Bürgerzentrum hat am vergangenen Sonntag ein umfangreiches Projekt zur "Weißen Rose" mit Zeithandelnden, Zeitzeugen, mit einer Filmvorführung und einer begleitenden Ausstellung begonnen.

AICHWALD Nicht erst seit der Neuverfilmung "Sophie Scholl die letzten Tage" stößt die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" auf großes Interesse. Verdient hat dies auch eine von der "Weiße-Rose-Stiftung" erarbeitete Ausstellung, die in Lichtenwald präsentiert wird. Sie ermöglicht auf 47 kombinierten Text- und Bildtafeln einen einprägsamen Einblick in die Geschichte des Nationalsozialismus. Mittendrin sind die Mitglieder der "Weißen Rose": Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst, und Alexander Schmorell, aber auch Professor Kurt Huber, Hans Leipelt, Eugen Grimminger, Falk Harnack, die Ulmer Abiturientengruppe, die Saarbrücker Gruppe und die Gruppe "Onkel Emil".

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Wie sich all diese Menschen mit dem erklärten Ziel zusammenfanden, ihren Mitbürgern klarzumachen, dass sie einem Verbrecherregime dienten, gehört mit Sicherheit zu den ganz spannenden Passagen der Ausstellung. Zeithandelnde und Zeitzeugen werden in Gesprächen und Vorträgen authentische Schilderungen des Widerstandes geben. Sie gehören zu den letzten lebenden Zeitzeugen, die man noch zur "Weißen Rose" befragen kann.

Der Film "Sophie Scholl die letzten Tage" wird am Freitag, 17. November, und 19.30 Uhr gezeigt. Das Gespräch zum Film leitet Manfred Hoppe. Wenn es ihre Gesundheit erlaubt, wird die Schwester von Hans und Sophie Scholl, Elisabeth Hartnagel-Scholl, zu diesem Termin Ehrengast in Lichtenwald sein.

"Weitertragen, was wir begonnen haben", dieser Auftrag von Willi Graf steht als Überschrift über einem Vortrags- und Gesprächsabend mit Inge Jens und Anneliese Knoop-Graf (Schwester von Willi Graf), der am Freitag, 24. November, um 19.30 Uhr stattfindet. Die beiden Zeitzeuginnen bieten einen neuen und unverstellten Zugang zur "Weißen Rose". Gemeinsam haben sie Willi Grafs Briefe und Aufzeichnungen 1984 als Buch herausgebracht. Das Projekt soll auch aufzeigen, dass Demokratie eben nicht von der inneren Haltung des Einzelnen lebt, sondern von überzeugtem Handeln.

Eine Veranstaltungsübersicht und die Öffnungszeiten der Ausstellung sind über die Volkshochschule ART Lichtenwald zu erfragen. Telefon 0 71 53/4 15 02 und 0 71 53/4 23 83 oder unter vhs@mail.lichtenwald.de. Unter diesen Nummern sind auch Kartenreservierungen möglich. Die Veranstaltungen finden alle im Bürgerzentrum Lichtenwald statt.

pm