Lokales

Ein Fachbegriffin aller Munde

Ein unhandlicher Fachbegriff ist in aller Munde, nicht nur im Raum Kirchheim: Linksherzkathetermessplatz. Was ist das überhaupt?

KIRCHHEIM Der Einsatz des Großgerätes gilt der linken menschlichen Herzkammer samt Vorhof. Diese pumpt das Blut in den Körperkreislauf, also auf eine weite Reise in entfernte Bereiche des Körpers. Deshalb ist sie ungefähr doppelt so stark wie die rechte. Die rechte Herzkammer versorgt "nur" die Lunge mit Blut.

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Bei der Linksherzkatheteruntersuchung wird ein dünner Draht üblicherweise aus der Leistengegend über die große Beinarterie (Arteria femoralis) quasi entgegen dem Blutfluss bis zur Austrittsstelle der Herzkranzgefäße an der Hauptschlagader (Aorta) geführt. Ziel ist die Untersuchung dieser Herzkranzgefäße, da hier bei Verdacht auf Herzinfarkt meist Verengungen oder Verschlüsse vorliegen. Außerdem lässt sich die Pumpfunktion messen und Öffnungsflächen von Herzklappen können bestimmt werden.

Der klassische Patient, für den ein Linksherzkathetermessplatz segensreich sein kann, hat Brustschmerzen sowie typische EKG-Veränderungen, die auf einen akuten Herzinfarkt hindeuten. Früher erfolgte meist eine Auflösungsbehandlung (Lysetherapie) in der Hoffnung, dass sich das verschlossene Gefäß wieder öffnet. Heute weiß man, dass die sofortige Aufdehnung mittels Katheterballon und anschließender Stent-Implantation "in den meisten Fällen bessere Ergebnisse bringt", wie Chefarzt Dr. Beyer zusammenfasst. Aus diesem Grunde gehört ein Linksherzkatheter-Messplatz heutzutage zum modernen Standard der Kardiologie, wie Krankenhausdirektor Schmid zu betonen nicht müde wird.

Der Eingriff, genannt PCI (percutane Coronarintervention), erfolgt unter Röntgendurchleuchtung und kann nur vom qualifizierten kardiologischen Fachteam durchgeführt werden.

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