Lokales

Ein Fahrstuhl für das Rathaus

Dettinger Gemeinderat stellt Weichen für einen barrierefreien Zugang

Das Dettinger Rathaus soll rollstuhlgerecht werden: Dazu plant die Gemeinde die Nachrüstung eines Fahrstuhls. Wie, darüber informierte Architekt Daniel Overhoff den Gemeinderat.

Dettingen. Innen oder außen – das war die zentrale Frage, die sich der Planer vom Stuttgarter Büro Zoll zuerst stellte. Möglich wäre ein Anbau des Fahrstuhlschachts sowohl auf der östlichen als auch auf der westlichen Gebäudeseite. Auf beiden Seiten könnten alle Stockwerke über einen Steg an den Verwaltungssitz angedockt werden. Allerdings würde das Bauelement auf der einen Seite den Zugang zum Feuerwehrschulungsraum und zur Bücherei ein­engen, auf der anderen Seite könnten statische Probleme die Realisierung erschweren: „Dort wären wir auf dem Deckel der Tiefgarage“, erläutert Overhoff. Auch optisch würde seiner Auffassung nach der Eingriff in die klare Kubatur des Rathauses störend wirken.

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Der Planer favorisiert deshalb eine innenliegende Lösung. Im hinteren Bereich des Foyers könnte es dann statt zum Lagerraum in den Fahrstuhl gehen. „Die Bewegungsflächen wären groß genug“, so die Einschätzung des Architekten. Auch die Schachtgröße sei ausreichend. Als „Durchlader“ könnte der Lift auch unabhängig vom Rathaus den Schulungsraum der Feuerwehr erschließen.

Wie Rathaus und Ausbildungsraum im Detail getrennt werden können, ohne dass Besucher Zugang zu den Räumen der Verwaltung erhalten, wird die Detailplanung ergeben müssen. So meldeten einige Ratsmitglieder gegen den ersten Entwurf, der eine Öffnung der Stockwerke zum hinteren Treppenhaus vorsieht, bereits Bedenken an: „So verlieren wir die Abschottung vom Rathaus“, gab beispielsweise Hermann Pölkow (SPD) zu bedenken. Auch Roland Sigel (CDU/FWV) befand den Standort prinzipiell für gut, aber auch er hält die offene Situation für problematisch.

Haushaltsmittel in Höhe von rund 135 000 Euro sind bereits 2012 eingestellt. Das Projekt bekommt zudem Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm. Auch die Frage des Umbaus des Foyers zur Barrierefreiheit werde weiter vorangetrieben, so Bürgermeister Rainer Haußmann.