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Ein großer Schritt für die Stadt, die EnBW und die Umwelt

Vertragsunterzeichnung macht Gründung des Energieversorgungsunternehmens „Energie Kirchheim“ perfekt

Gründung der Energie Kirchheim GmbH + Co. KG Vertragsunterzeichnung im großen Sitzungssaal im Rathaus
Gründung der Energie Kirchheim GmbH + Co. KG Vertragsunterzeichnung im großen Sitzungssaal im Rathaus

Als „großen Schritt“ bezeichnete Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gestern die Unterzeichnung der Verträge zur Gründung der „Energie Kirchheim“. – Ein großer Schritt für die Stadt und ihre Partnerin, die EnBW; ein großer Schritt aber auch für die Umwelt.

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Irene Strifler

Kirchheim. Das voluminöse Vertragswerk kann sich wahrlich sehen lassen: Es umfasst nicht nur an die zwei Kilogramm Papier, sondern bündelt auch drei Jahre Arbeit, wie die Beteiligten stolz betonten. Jetzt ist das neue Energieversorgungsunternehmen „Energie Kirchheim“ unter Dach und Fach.

Die Stadt Kirchheim will mit der Gründung der Energie Kirchheim aktiv in die Energieversorgung einsteigen und setzt dabei auf die EnBW als starken und kompetenten Partner, der schon lange vor Ort ist und künftig auch als Pächter der Netze fungieren soll. Nach zehn Jahren besteht die Möglichkeit, aus dem Pachtmodell auszusteigen. – Weswegen die Stadtchefin von einem „vorsichtigen Modell“ sprach, das maßgeschneidert für Kirchheim sei. Doch der Blick der Beteiligten reicht über den Tellerrand hinaus: Die Netzeigentumsgesellschaft soll an der globalen Aufgabe mitwirken, vermehrt in erneuerbare Energien einzusteigen. Zu den Träumen der Stadtchefin zählt beispielsweise, dass die drei Windkrafträder, die der Regionalplan auf Kirchheimer Markung hergebe, eines Tages auch realisiert werden.

Christof Miller vom Vorstand der EnBW Regional AG betonte, mit der neuen Kooperation im Trend der Zeit zu liegen, der zum Dezentralen gehe. Das spiegle sich beispielsweise in der Vielzahl von Photovoltaik-Anlagen. „Auf diese Weise können wir die Netzbetriebe effizient halten“, freute sich Müller über die Zusammenarbeit.

Die EnBW verfügt im Ländle derzeit über rund 80 Beteiligungen. Das Modell bewährt sich also vielerorts, wobei die Kirchheimer Variante mehrere Besonderheiten aufweist: Zum einen wahrt die Ausstiegsmöglichkeit nach zehn Jahren aus dem Pachtvertrag viele Optionen, zum anderen hat die Stadt mit einer Beteiligung von 74,9 Prozent an der neuen Gesellschaft besonderes Gewicht. Als attraktiv bezeichnete Rechtsanwalt Professor Kupfer die Tatsache, dass die Netzgesellschaft kein reines Finanzmodell sei, sondern sofort in weiteren Geschäftsbereichen aktiv werden könne, etwa in der regionalen Erzeugung erneuerbarer Energien.