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Ein gutes Bild hat unsere katholische Schwesterkirche ...

Ein gutes Bild hat unsere katholische Schwesterkirche in den vergangenen Wochen abgegeben. Ein gutes Bild vor allem auch für die Medien, die auf Bilder angewiesen sind. Alle Welt schaute nach Rom. Da verfügt unsere katholische Schwesterkirche in der Tat über einen Schatz an Ritualen und überwältigender Bilderkraft, die die Evangelischen so nicht haben.

Doch Deutschland ist nicht nur das Geburtsland des neuen Papstes, sondern auch das Geburtsland der Reformation. Martin Luther hat seinerzeit vor der Verselbstständigung der Rituale gewarnt. Es ging ihm um die Botschaft und den Sinn, der dahinter steht: Christus verkündigen.

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Seine Botschaft weitersagen und leben: Nur durch den Glauben, nur durch die Gnade Gottes, nur durch das Wort der Heiligen Schrift, kann der Einzelne seinen Lebenssinn und seine Erlösung finden (Sola fide, sola gratia, sola scriptura).

So steht die Geistlichkeit dem Herrn nicht näher als der einfache Gläubige. Als Folge dieser Erkenntnis hat er seinerzeit auch den Zölibat als nicht mehr zeitgemäß verworfen. Und nicht zuletzt ist auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau innerhalb der Kirche, im Priesteramt und im Stand der Gläubigen eine Errungenschaft des Protestantismus.

Es ist wichtig, dass wir diese Unterschiede beider Kirchen in Form und Inhalt nicht verschweigen. Gleichzeitig aber dürfen wir nicht nachlassen, das Gemeinsame zu suchen. Denn es verbindet uns christliche Kirchen weit mehr als was uns trennt. Dazu zähle ich auch das Abendmahl.

Viele Gläubige beider Konfessionen hoffen, dass der neue Papst sein mutig formuliertes Ziel wahr macht: "Die Pflicht zur Ökumene".

Es muss wieder mehr Bewegung in die Ökumene kommen. Sie braucht neue Impulse. Nur so sind wir als Kirche Jesu Christi glaubwürdig vor der Welt. Walter Veil Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Weilheim