Lokales

Ein Häuschen birgt die leistungsstarke Heizzentrale

Mitten im Sommer warf die Gemeinde Hochdorf die Heizung an: Schließlich musste die neue Biomasseheizanlage zu ihrer Einweihung beweisen, dass sie läuft. Dass dabei kein sichtbarer Rauch aus dem Kamin aufstieg, spricht für die Technik der Anlage.

KARIN AIT ATMANE

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HOCHDORF Bis zu 970 Kilowatt Leistung bringt die kleine Zentrale, deren Überbau als urtümlich-gemütliches Häuschen neben der Breitwiesenhalle aus der Erde wächst. Beheizt werden von hier aus nicht nur Kindergarten, Schule, Breitwiesenhalle, Jugendhaus und die Häuser des "Jungen Wohnens", sondern in der Zukunft auch die geplante Neubebauung auf dem "Unrath-Areal".

70 Prozent der Wärme sollen mit Holzhackschnitzeln erzeugt werden, für die restlichen 30 Prozent Spitzenlast könne ein Ölkessel zugeschaltet werden, erklärte Planer Joachim Händle.

Die Entscheidungsfindung bis zu dieser Lösung bezeichnete Bürgermeister Roland Erhardt als "spannend". Bei den ersten Kostenberechnungen eines Fachbüros war eine Holzhackschnitzelanlage nämlich als unrentabel erschienen. Die Gruppe e21, ein Kreis engagierter Hochdorfer Umwelt-Aktivisten, machte aber eine Gegenrechnung auf und stellte diese dem Gemeinderat vor. Am Ende sei man zum Ergebnis gekommen, dass Öl und Holz sich längerfristig finanziell nichts geben, sagte Erhardt, wobei Holz die umweltfreundlichere Lösung sei. Lege man den aktuellen Ölpreis zu Grunde, stünde sogar ein Plus auf Seite der Hackschnitzel, rechnete Erhardt bei der Einweihung der Anlage vor. Das liegt aber auch daran, dass die Gemeinde derzeit das Holz beinahe kostenlos vom Landkreis bekommt.

Die Investitionskosten für die Anlage betrugen rund 700 000 Euro, gefördert wurde sie mit 47 000 Euro aus dem Programm "Energieholz Baden-Württemberg", in das EU-Gelder fließen. Und es gab noch weitere Fördermittel: Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau trug mit einem günstigen Darlehen zur Umsetzung des umweltfreundlichen Projektes bei.