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Ein halbes Jahr Aufschub für die Bruckmühle

Kirchheimer Gemeinderat beschließt, die Frist für die Investorensuche zu verlängern

Investoren, die sich für die Kirchheimer Bruckmühle interessieren, müssen sich beeilen: Die Frist für das historische Gebäude ist zwar noch einmal verlängert worden, aber nur für ein halbes Jahr. Ab Neujahr 2013 gibt es für die Bruckmühle nur noch den Abriss, wenn sie bis dahin niemand gekauft hat.

BruckmŸhle
BruckmŸhle

Kirchheim. Die Kirchheimer Stadtverwaltung hat ihre Meinung in Sachen Bruckmühle geändert. Hätte das Gebäude in der Gerberstraße ursprünglich einer geplanten „Renaturierung und Erlebbarmachung“ der Lauter weichen müssen, so hat sich die Verwaltung inzwischen tatsächlich mit dem Gedanken angefreundet, dass ein Investor das Gebäude kauft und saniert. Ein Grund für diesen Gesinnungswandel ist die neue Fußgängerzone zwischen Postplatz und Alleenstraße. Dadurch ist die Gegend in unmittelbarer Nachbarschaft der Bruckmühle viel attraktiver geworden, sodass eine Gaststätte, ein Café oder eine ähnliche Nutzung der Bruckmühle das Quartier zusätzlich aufwerten könnte.

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Außerdem sind die Arbeiten an der Lauter nicht mehr für 2013 vorgesehen, sondern erst für 2014. Auch das ist ein Grund, warum die Stadtverwaltung vorgeschlagen hat, die Frist für Verhandlungen mit Bruckmühlen-Investoren, die jetzt am 30. Juni auslaufen würde, zu verlängern. Ein weiterer Grund, den Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Gemeinderat nannte, war die Tatsache, dass es in der Vergangenheit „etliche Anfragen“ gegeben habe, die sich dann aber „aus den unterschiedlichsten Gründen“ zerschlagen hätten. Nach wie vor gebe es Anfragen und konkrete Planungen.

Deshalb wollte die Stadtverwaltung die Frist sogar um ein ganzes Jahr verlängern, bis Ende Juni 2013. Der Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats hat in der Vorberatung aber empfohlen, nur ein halbes Jahr draufzupacken. Dem ist der Gemeinderat letztlich mit großer Mehrheit gefolgt, sodass die Investorensuche bis 31. Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen sein muss. Andernfalls erfolgt „am ersten möglichen Werktag“ des Jahres 2013 die Ausschreibung für den Abriss.

Peter Bodo Schöllkopf von der SPD-Fraktion zeigte sich „positiv überrascht“, dass die Stadtverwaltung das Projekt mittrage. „Bisher hat es leider nicht geklappt, aber wir hoffen, dass noch was draus wird.“ Bei Preisverhandlungen müsse die Stadt auch nicht darauf bestehen, den Höchstpreis zu erzielen. Aber trotzdem müsse sich bis Ende Dezember etwas Konkretes ergeben.

Ulrich Kübler (Freie Wähler) sprach ebenfalls von vorliegenden Planungen, aus denen etwas werden könnte. Und auch er hielt ein halbes Jahr für ausreichend: „Die Investoren müssen sich jetzt äußern.“ Für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern sollten, schlug er vor, den Abriss noch im Dezember auszuschreiben, damit er im Januar so früh wie möglich beginnen könnte.

Die Redner der übrigen Fraktionen nahmen gänzlich andere Positionen ein. Albert Kahle (FDP/KiBü) forderte eine Fristverlängerung bis Ende Juni 2013, damit die denkbare Rettung der Bruckmühle nicht daran scheitere, dass noch ein paar Wochen an Zeit fehlen.

Sabine Bur am Orde-Käß, die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, wollte dagegen lieber an der ursprünglichen Planung festhalten, „die Lauter zu renaturieren und öffentliche Grünflächen anzulegen“. Dennoch sprach sie sich für ein halbes Jahr Fristverlängerung aus, „um Verhandlungen abschließen zu können“.

Birgit Müller (Frauenliste) würde einem Abriss ebenfalls den Vorzug geben. Bei so viel Wohnbebauung in der Nachbarschaft brauche es auch Freiflächen. Was sie aber keinesfalls gutheißen wollte, das wäre eine Reduzierung des Kaufpreises. Zu diesem Punkt sagte Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker aber: „Heute geht es nicht um tatsächliche Verkaufsbedingungen. Damit kommen wir ein anderes Mal in den Gemeinderat.“