Lokales

„Ein Haus, das rund läuft“

Beschäftigte des Kreiskrankenhauses Plochingen hoffen auf Übernahme in Teams

„Wir sind noch frustrierter als damals“, fasst Personalrat Michael Gleichenfeld die Stimmung in der Kreisklinik Plochingen zusammen. Damals, das war vor 13 Jahren, als Plochingen für den Erhalt der Chirurgie kämpfte.

Plochingen. Wie berichtet, soll die psychiatrische Abteilung von Plochingen auf den Nürtinger Säer gelegt werden, zusammen mit der Nürtinger Psychiatrie, die am Ne­ckar sitzt und eigentlich nach Kirchheim umziehen sollte. Zweitens soll die Innere Abteilung Plochingens, die auf Rheumatologie spezialisiert ist, nach Kirchheim ziehen. Wenn der Kreistag Ende März tatsächlich das Konzept, das noch genau gerechnet werden soll, beschließt, könnte der Umzug nach Kirchheim schon Ende 2012 anstehen. Die Psychiatrie wird später dran sein, weil in Nürtingen zunächst der Abbruch des alten Krankenhauses ansteht und es noch keine Planung für den Psychiatrie-Neubau gibt.

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Bei den fast 300 Beschäftigten in Plochingen gebe es natürlich Zukunftsängste, erzählt Gleichenfeld, der zusammen mit Pflegedirektorin Barbara Munz viele Gespräche im Haus führt. Aufgrund des Fachkräftemangels geht der Personalrat davon aus, dass die Pflegekräfte in den anderen drei Kreiskrankenhäusern gefragt sind. Die Geschäftsführung habe zugesichert, möglichst die Teams aus Plochingen zusammenzuhalten. Aber viele Beschäftigte seien schon lange in Plochingen angestellt und mit dem Haus eng verbunden. Die familiäre Atmosphäre – „klein, aber fein“ – habe das Haus ja ausgezeichnet. Und weil Plochingen „rund gelaufen“ sei, fänden die Beschäftigten die Überlegungen des Aufsichtsrats nicht plausibel, sagt Gleichenfeld. 2009 hat das Krankenhaus Plochingen mit einem Minus von 686 000 Euro abgeschlossen, im Jahresbericht 2010 taucht es nur im Verbund mit Kirchheim und Nürtingen auf. Das Dreiergespann machte ein Defizit von 1,79 Millionen Euro, Ruit ein Minus von 4,16 Millionen. In Plochingen macht man sich schon viele Gedanken über eine Nachnutzung des Gebäudes, das erst 25 Jahre alt ist und vor zehn Jahren zum Teil saniert wurde. Das würde für ein Medizinisches Versorgungszentrum passen, meint Gleichenfeld. Ein Ärztehaus wäre auch gut, zumal bis 2015 oder 2016 die Patienten in der Psychiatrie versorgt werden müssen.

Die Plochinger Bürger sollen in einer Versammlung „im Vorfeld der Entscheidungen“ informiert werden. Bürgermeister Frank Buß hält das erst für sinnvoll, wenn genaue Zahlen vorliegen. Wie vor 13 Jahren reihen sich wieder Nachbarkommunen in die Protestfront ein. Deizisaus Bürgermeister Thomas Matrohs missfiel schon, wie die Kreiskliniken vor zwei Wochen die Akut-Chirurgie in Plochingen „vorübergehend“ geschlossen haben.