Lokales

Ein heller Raum der Begegnung mit Gott

Zur Einweihung des neuen Gemeindehauses der Zionskirche veranstaltete die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) einen Tag der offenen Tür mit Festgottesdienst, Grußworten und kulinarischen Angeboten. Der von Architekt Rüdiger Witt entworfene Anbau soll der wachsenden Gemeinde als neuer Lebensraum dienen, der offen ist für alle Menschen.

RENATE SCHATTEL

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KIRCHHEIM Angedacht ist dabei auch ein Mittagstisch für Schülerinnen und Schüler aus der benachbarten Konrad-Widerholt-Schule. Ein ansprechender Freibereich lädt hinter dem Gebäude bei entsprechender Witterung zum Verweilen ein. Pfarrer Volker Seybold hieß die zahlreich erschienenen Gäste willkommen und wünschte für die Zukunft, dass die Vergrößerung der Gemeinderäume auch eine Vergrößerung und Erneuerung der Gemeinde selbst mit sich bringe.

Bischof Walter Klaiber sandte seine Glückwünsche an die Kirchheimer Methodisten-Gemeinde und begrüßte, dass das Konzept, die Zionskirche zu erhalten und durch einen Neubau zu ergänzen, aufgegangen sei. Nun solle die geistige Symbolik zum Tragen kommen, dass Bewährtes und Neues, Tradition und Innovation miteinander verbunden werde, um Gott zu ehren und die Gemeinde zu sammeln. Kirchheims neuer Bürgermeister, Günter Riemer, überbrachte Grüße von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und dem Gemeinderat. Er betrachtete es als besonderes Symbol der Zusammenarbeit, dass er seine erste öffentliche Rede in Kirchheim in dieser Gemeinde halten konnte.

"Einer alleine kann kein Dach tragen", zitierte Günter Riemer ein afrikanisches Sprichwort und wies auf die vielen fleißigen Hände hin, die haupt- und ehrenamtlich am Bau mitgearbeitet haben. Besondere Beachtung fand bei ihm die Tatsache, dass die Baukosten deutlich unterschritten wurden. Er dankte der Zionsgemeinde für ihr Engagement, insbesondere für den Schülermittagstisch. Es sei ganz im Sinne der Stadt, den Schülern gute und gesunde Kost anzubieten und gleichzeitig Heimat und Geborgenheit zu schaffen.

Dekan Hartmut Ellinger von der Evangelischen Kirche überbrachte Grüße der "Schwestern und Brüder im Kirchenbezirk", die sich über das gelungene Werk mitfreuten, aber gleichzeitig fragten: "Wie haben sie das gemacht?" Sicherlich, so Ellinger, auch mit der Hand am Arm, aber durchaus auch mit dem Bewusstsein, dass die Gemeinde zur Sammlung Raum brauche, um dann mit Sendungsbewusstsein hinauszugehen. Mit dem Zitat "Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe" machte er deutlich, dass "die Türe zwei Richtungen hat, die ins Haus und aus dem Haus führen".

Reinhold Jochim, Pastoralreferent der katholischen Gesamtkirchengemeinde, sah in dem hellen und ansprechenden Anbau neue Möglichkeiten der Gemeindearbeit. Die Räume sollten für die Bevölkerung geöffnet werden, denn viele Menschen seien auf der Suche nach Gemeinschaft und neuem Lebenssinn. Besonders dankbar äußerte er sich über die glückliche ökumenische Zusammenarbeit mit der Evangelisch-methodistischen Kirche im Arbeitskreis Christliche Kirchen.

Auch der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Baptisten-Gemeinde, Günter Öhrlich, überbrachte Glückwünsche zum Neubau und wünschte der Gemeinde, dass das neue Gebäude ein Ort der tiefen Begegnungen werde. Er zitierte aus Sprüche 29: "Wenn keine Vision da ist, dann verwildert ein Volk". Eine Kirche ohne Visionen drehe sich im Kreis und lebe ohne Orientierung. Für ihn habe die EmK ihre Vision des Neubaus in die Tat umgesetzt und sei bewusst neue Wege gegangen. Architekt Rüdiger Witt konnte dankbar auf die erfreulich kurze Bauphase blicken, die knapp über ein Jahr gedauert hatte. Die Zusammenarbeit mit dem Bauausschuss sei immer konstruktiv gewesen und habe zu neuen Freundschaften geführt.

Die erste Baumaßnahme im Herbst 2003 sei die Herstellung des neuen Parkplatzes gewesen, damit die bisherige Parkplatzfläche an Stelle des geplanten Neubaus freigemacht werden konnte. An der Ostgrenze des Grundstücks seien dann in Eigenleistung zwei neue Geräteschuppen entstanden. Der offizielle Baubeginn war die Grundsteinlegung am 15. Februar 2004. Entstanden sei nun in der kurzen Bauzeit ein Gebäude mit einem Satteldach. Ein flacher Zwischenbau mit Dachbegrünung stellt die Verbindung zwischen Kirchengebäude und Neubau her und dient als Foyer und Verteiler. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich ein großer, hell gestalteter Gemeinderaum mit 100 Quadratmetern sowie eine großzügige Küche mit Vorratsraum als auch ein Behinderten-WC. Im Untergeschoss liegen auf einer Fläche von 190 Quadratmetern eine Teeküche, drei lichtdurchflutete, verschieden große Gruppenräume und die WC-Anlagen.

Verbindungen zum Außenbereich gibt es an drei Stellen. Auf Grund sparsamsten Umgangs mit dem vorhandenen Finanzrahmen von 650 000 Euro hätten sich die gesamten Baukosten auf nur 600 000 Euro belaufen, betonte Architekt Witt. Sein Dank galt allen am Bau beteiligten Handwerkern und den vielen ehrenamtlichen Helfern.