Lokales

Ein Hochfest mit Tragweite

KIRCHHEIM Weihrauchduft wies gestern morgen in Kirchheims Innenstadt den Weg zum Marktplatz,

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ANDREAS VOLZ

der sich in ein Gotteshaus unter freiem Himmel verwandelt hatte: Die katholische Gesamtkirchengemeinde feierte das Fronleichnamsfest unter ihrem Jahresmotto "Von Gott getragen einander tragen".

Ein Netz von symbolischer Tragfähigkeit knüpften dabei die Mitglieder der einzelnen Teilgemeinden und unterstrichen somit ihre Verbindung untereinander. An diesem Netz knüpften nicht nur die Gemeinden Maria Königin und Sankt Ulrich, sondern auch Sankt Nikolaus (Bissingen, Nabern, Dettingen), Sankt Lukas (Jesingen), Peter und Paul (Ötlingen, Lindorf), Notzingen und Ohmden sowie die kroatische, die portugiesische, die italienische und die polnische Gemeinde. Dadurch kam zum Ausdruck, dass die Welt nicht nur in WM-Zeiten zu Gast bei Freunden ist, sondern auch darüber hinaus im Alltag ebenso wie an besonders hohen Festtagen.

Am "Hochfest des Leibes und Blutes Christi", wie Fronleichnam offiziell heißt, verfolgten die katholischen Gläubigen gestern, wie das "Allerheiligste", die Monstranz, im Anschluss an die Messe zum Rossmarkt und zur Ulrichskirche getragen wurde. Messe und Prozession gestaltete die Stadtkapelle Kirchheim mit.

Gleiches galt für die Prozession der Weilheimer Franziskusgemeinde, die von der Stadtkapelle Weilheim musikalisch begleitet wurde. Wesentliche Bestandteile der Weilheimer Fronleichnamsfeier, die vor 50 Jahren zum ersten Mal begangen wurde, sind das Gemeindefest und der Blumenteppich auf der Pfarrwiese. Traditionell gestalten die Gymnastikfrauen den Blumenteppich, dem dieses Mal ein Pfingstmotiv zugrunde lag.

Fronleichnam wird seit 1264 als allgemeines Kirchenfest gefeiert. Im ersten Bestandteil des Namens steckt das Wort "Fron", das "Herr" bedeutet, während der Begriff "Leichnam" ursprünglich generell einen Leib oder Körper bezeichnete. Erst später verengte sich die Bedeutung dieses Worts. Fronleichnam ist also der Tag, an dem der Leib des Herrn gefeiert und in den Prozessionen durch die Straßen getragen wird.

Fotos: Jörg Bächle